Streit um Chefarztpflicht

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Eine brisante Gesprächsrunde dürfte die Gesprächsrunde zur Chefarztpflicht am Donnerstag werden. Die "Kontrahenten": der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und die Ärztekammer.

Die Stimmung vor dieser Unterredung ist alles nur nicht bestens. Nachdem Ärztekammer-Präsident Reiner Brettenthaler heute den Hauptverband per Aussendung aufgefordert hatte, die Empfehlungen des Gesundheitsministeriums aufzugreifen, reagierte die Sozialversicherungs-Spitze sichtlich verschupft.

Der Vorsitzende der Trägerkonferenz im Hauptverband, Karlheinz Kopf, zeigt sich in einer Aussendung „einigermaßen verwundert“ über Brettenthalers Worte. Schließlich habe der Hauptverband von sich aus die Ärztekammer zu einem Gespräch über die Schwierigkeiten bei der neuen Chefarzt-Pflicht eingeladen, an dem auch er selbst teilnehmen werde.

Über eine Lösung wird verhandelt

Man sei an einer raschen, umfassenden und einvernehmlichen Lösung im Zuge dieses gemeinsamen Gespräches genauso interessiert, wie Ärzte, Patienten und Apotheker. Es sei aber nicht gerade „die feine englische Art“, so Kopf, dass man seinem Gesprächspartner schon vorweg über Agenturen ausrichte, was er zu tun hätte.

Brettenthaler hatte sich voll und ganz auf Rauch-Kallats Forderungungskatalog gestützt, der unter anderem eine Reparatur des Erstattungskodex’ (Heilmittelverzeichnisses), einfachere Fall-Dokumentationen und ein Aussetzen der möglichen Sanktionen für Ärzte beinhaltet: „Wird der Auftrag der Ministerin zeitnah umgesetzt, können wir schnell zu brauchbaren und praxisnahen Lösungen kommen“, meinte der Ärztekammerpräsident. Er erwarte „nicht mehr und nicht weniger, als dass der Hauptverband die ministeriellen Forderungen erfüllt“.

Es gehe vor allem darum, die zahlreichen Engpässe, die für Patienten in der Medikamentenversorgung entstanden seien, zu beseitigen. Die Ärztekammern erhielten nach wie vor Beschwerden von Patienten, die gewohnte Medikamente nicht mehr bekämen oder über bürokratische Hürden klagten. So würden etwa chronisch oder schwer kranken Patienten Großpackungen seitens der Kontrollärzte vielfach verweigert und sie durch die Bewilligung von Kleinpackungen über Gebühr finanziell belastet.

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