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"Erdogan nahm mir alles" - Hakan Sükür ist jetzt Uber-Fahrer im Exil

Einst gefeierter Star in der Türkei - Hakan Sükür
Einst gefeierter Star in der Türkei - Hakan Sükür ©AP
Der einstige Fußballheld Hakan Sükür kämpft im amerikanischen Exil um seine Existenz.

Herbert Prohaska, der sich als Taxifahrer sein Geld verdient, um zu überleben. Unvorstellbar. Aber Hakan Sükür ist genau dies passiert. Der einstige türkische Stürmerstar ist jetzt Uber-Fahrer in den Vereinigten Staaten von Amerika. Der einstige Multimillionär ist jetzt mittellos, kämpft im Exil um sein Überleben. Der frühere Volksheld der Türkei ist tief gefallen. Alles begann mit seinem Einstieg in die Politik...

"Alles konfisziert"

2011 trat Hakan Sükür in die AKP ein - also die Partei des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. "Die Partei hat mich eingeladen, um von meiner Popularität zu profitieren", erinnert sich Sükür, der die türkische Nationalmannschaft mit seinen Toren im Jahr 2002 sensationell zu Platz drei bei der WM in Japan und Südkorea geschossen hatte. Der Löwe vom Bosporus trug Fußball-Skandale und Korruptionsfälle an die Öffentlichkeit. Auch soll er am Gülen-Putsch beteiligt gewesen sein. "Was soll meine Rolle denn gewesen sein?" fragt Sükür. "Das konnte mir bis heute niemand erklären." Es kam zum Krach zwischen ihm und Erdogan. Der frühere Galatasaray Istanbul Star zog den Kürzeren und musste vor Erdogan ins amerikanische Exil flüchten. "Die Boutique meiner Frau wurde mit Steinen beworfen, auf der Straße wurden meine Kinder belästigt. Nach jeder Äußerung, die ich gemacht habe, erhielt ich Drohungen", berichtet Sükür. Deshalb wanderte er 2015 in die USA aus. Hier lebt der 48-Jährige in der Stadt, die niemals schläft. Inzwischen mittellos, bestreitet der frühere Volksheld in Amerika mit Uberfahrten und Bücherverkäufen seinen Lebensunterhalt. Während seiner langen, erfolgreichen Karriere hatte der Torjäger Millionen verdient.

"Erdogan nahm mir alles", rechnet der Ex-Fußballer in einem Interview mit der Bild-Zeitung mit seinem einstigen Förderer ab. "Mein Recht auf Freiheit, das Recht, mich zu erklären, mich zu äußern, das Recht auf Arbeit. Ich habe in der Türkei Besitz im Wert von Dutzenden Millionen Dollar. Aber es wurde alles konfisziert." Auf Geheiß von Erdogan froren die türkischen Behörden Sükürs Vermögen ein. "Ich habe nichts mehr, nirgendwo auf der Welt."

Auch seine Familie musste leiden: "Als ich weg war, haben sie meinen Vater eingesperrt." (nach einer Krebsdiagnose inzwischen wieder frei).

Sükür erhebt schwere Vorwürfe gegen die Türkei von Präsident Erdogan. "Als ich in die AKP eintrat, war die Türkei ein Land, das sich an die Normen der EU anpasste und viele Investitionen aus Europa bekam", sagt der frühere türkische Politiker. "Aber Erdogans Politik führte zu Enge, und es wurde eine ganz andere Richtung eingeschlagen, eine Orientierung nach dem Mittleren Osten statt nach Europa." auch wegen solcher Worte ist Hakan Sükür jetzt statt Volksheld ein Staatsfeind der Türkei.

Hakan Sükür - vom Nationalheld zur Persona Non Grata

Länderspiele: 112

Tore: 51

Vereine: Inter Mailand, AC Parma, Blackburn Rovers, Galatasaray Istanbul

(red.)

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