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Streit bei der AUA um KV eskaliert: Management bricht Verhandlungen ab

Verhandlungsstopp bei der AUA.
Verhandlungsstopp bei der AUA. ©APA
Bei der AUA (Austrian Airlines) ist der Streit zwischen Management und Bordbelegschaft wieder eskaliert. Das Unternehmen hat jetzt die Verhandlungen um einen Konzernkollektivvertrag für das Bordpersonal abgebrochen.
32 AUA-Flüge gestrichen

Die AUA beschuldigt den Piloten-Betriebsrat, den alten – aufgekündigten – Kollektivvertrag zurückbekommen zu wollen und an einer außergerichtlichen Einigung gar nicht interessiert zu sein. Die AUA-Manager sehen nun “keine Grundlage für weitere Verhandlungen gegeben”, wie es in einer Mitteilung am Freitag hieß.

Der Betriebsrat hat das jüngste AUA-Angebot für einen Konzern-KV als inakzeptabel zurückgewiesen und mit Kampfmaßnahmen bis hin zum Streik gedroht. Eine Betriebsversammlung letzten Montag hat schon zu 34 Flugstreichungen und stundenlangen Verzögerungen im Flugbetrieb ab Wien geführt. Ursprünglich war es das Ziel, bis zum 31. Mai zu einem Verhandlungsergebnis zu kommen.

AUA: Milliarden-Investitionsplan gestoppt

Vom Tisch ist vorerst auch der Plan, Tyrolean und Austrian zu fusionieren. Laut AUA wackelt nun das gesamte Investitionsprogramm, dem der Eigner Lufthansa unter der Bedingung einer KV-Einigung und Rechtssicherheit schon Grünes Licht gegeben hat.

Für die anstehenden Investitionen in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro für den Austausch der 20 Fokker-Flugzeuge und den Ausbau der Langstrecke (geplant waren bis zu vier zusätzliche Langstreckenflugzeuge) sieht das Management der Austrian “keine günstige Zeit”. Nun ist von einem Investitionsstopp die Rede.

Verhandlungen um Kollektivvertrag

Das Management hat nach 10 Monate dauernden Verhandlungen sein Angebot für einen Konzern-Kollektivvertrag zurückgezogen. Erzürnt hat die AUA-Manager nicht nur die betriebsrätliche Androhung eines neuen Arbeitskampfs beim fliegenden Personal. Dass Betriebsratschef Karl Minhard Mitte der Woche in internen Mails bekräftigt hat, die Verhandlungsgrundlage sei der “bisher gültige Kollektivvertrag”, gab angeblich nun den Ausschlag für den Verhandlungsabbruch.

Der Zielzeitpunkt 31. Mai für eine friedliche Verhandlungslösung für einen neuen KV und einen “Generalvergleich” in allen Rechtsstreitigkeiten um den umstrittenen Betriebsübergang war schon länger fraglich gewesen. “Das bekommen wir unter diesen Umständen weder zeitlich noch inhaltlich hin”, meinte Tyrolean-Geschäftsführer und AUA-Verhandlungsführer Klaus Froese in der Mitteilung heute. Über den alten gekündigten KV will die AUA jedenfalls nicht reden. “Der alte KV würde uns geradewegs ins wirtschaftliche Out manövrieren,” so Froese.

“Ausfälle nicht zumutbar”

Das Lösungsangebot sei demnach wieder vom Tisch genommen worden. Froese: “Gerade in der Zeit der Sommerferienplanung müssen wir pünktlich und verlässlich bleiben. Ausfälle“, so Froese, “sind für unsere Kunden nicht zumutbar.”

Für “ernsthafte” Verhandlungen bleibe die Tür natürlich weiter offen, versicherte die Arbeitgeberseite. Der alte Kollektivvertrag sei für das anstehende Investitionsprogramm aber keine Basis. “Wir werden uns nun auch zu Alternativen beraten”, wurde am Freitag bloß angedeutet.

(APA)

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