Stradivari und 130 weitere Fälle von Kunstdiebstahl

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2007 wurden in Österreich 131 Fälle von Kunst- und Kulturgutdiebstahl registriert. Das gab das Bundeskriminalamt (BK) am Donnerstag bekannt.

17 Fälle wurden ganz oder teilweise geklärt, darunter der wohl aufsehenerregendste, nämlich der Diebstahl einer Stradivari aus der Wiener Wohnung des Stargeigers Christian Altenburger zu Pfingsten.

Die Auffindung der wertvollen Geige Anfang Juni schlug sich positiv in der Bilanz der Polizei nieder: Sichergestellt wurden Kunstwerke im Wert von mehr als 3,5 Millionen Euro, das entspricht 60 Prozent der Gesamtschadenssumme von 5,9 Millionen Euro.

131 Fälle von Kunstdiebstahl sind laut BK um elf weniger als im Jahr zuvor und nicht einmal halb so viele wie 2004, als 284 Fälle gemeldet wurden. Damals waren 110 Diebstähle allein in Kirchen und Kapellen verübt worden, ihre Zahl ist nicht zuletzt durch Präventionsmaßnahmen kontinuierlich zurückgegangen, so dass 2007 nur noch 25 derartige Delikte angezeigt wurden.

Dafür registrierte das BK nach Angaben von Kulturgutfahnderin Anita Gach im vergangenen Jahr eine zeitlang ein neues Phänomen: Aus öffentlich zugänglichen Burgen und Schlössern wurden antike Waffen und deren Zubehör gestohlen. “Das waren zum Beispiel Pulverhörner, die teilweise aus Elfenbein gefertigt sind, oder kunstvoll verzierte Schlösser von Gewehren”, erläuterte Gach. Vor einiger Zeit sei die Serie abgerissen, wer dahinter steckt, ist noch Gegenstand von Ermittlungen.

Bei Dieben nach wie vor gefragt sind laut Gach Statuen und Gemälde, letztere offenbar aus praktischen Erwägungen: Sie lassen sich auf einfache Weise transportieren.

Grundsätzlich raten die Experten des BK für den Fall, dass ein Kunstwerk abhanden kommt, davon Fotos anzufertigen, um der Polizei die Ermittlungen zu erleichtern. “Die Bilder sollten von guter Qualität sein. Ein Familienfoto mit einem wertvollen Kandelaber irgendwo im Hintergrund hilft uns relativ wenig”, erklärte Gach. Um Einbruchsdiebstähle überhaupt zu vermeiden, rät sie dazu, die Hilfe des polizeilichen Beratungsdienstes in Anspruch zu nehmen.

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