Stoltenberg: Russische Invasion der Ukraine verändert Sicherheitsumfeld

Generalsekretär Stoltenberg sieht "langfristige Folgen für alle NATO-Alliierten"
Generalsekretär Stoltenberg sieht "langfristige Folgen für alle NATO-Alliierten" ©REUTERS
Nach Einschätzung von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg wird Russlands Invasion in der Ukraine dauerhafte Konsequenzen für das Verteidigungsbündnis haben.

"Sie wird unser Sicherheitsumfeld verändern, und sie wird langfristige Folgen für alle NATO-Alliierten haben", sagte der Norweger am Mittwoch am Rande eines Verteidigungsministertreffens in der Bündniszentrale.

Stoltenberg verwies auf erhöhte Alarmbereitschaft der Soldaten

Stoltenberg verwies dabei erneut darauf, dass in Reaktion auf den Krieg mittlerweile mehrere Hunderttausend Soldaten aus den Bündnisstaaten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt wurden. Darunter seien 100.000 US-Soldaten in Europa und rund 40.000 Soldaten unter direktem NATO-Kommando. Unterstützt würden die Truppen von Luft- und Seestreitkräften, sagte Stoltenberg.

Anpassung des NATO-Bündnisses nötig

Thema ist seinen Angaben zufolge nun die langfristige Anpassung des Bündnisses. Dabei gehe es darum, die Abschreckung und Verteidigung weiter zu stärken und jegliche Möglichkeit von Fehlkalkulationen bezüglich der Verteidigungsbereitschaft der NATO auszuschließen. "Die NATO trägt die Verantwortung dafür, dass diese Krise nicht über die Ukraine hinaus eskaliert", sagte er.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin machte deutlich, dass die USA im Fall eines russischen Angriffs auf einen europäischen Bündnispartner ihrer Beistandsverpflichtung nach Artikel 5 des NATO-Vertrags nachkommen würden. Die Verpflichtung der USA gegenüber Artikel 5 sei eisern, sagte er. Das habe auch US-Präsident Joe Biden wiederholt gesagt.

Aufstockung von NATO-Truppen zeichnet sich ab

Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine zeichnet sich eine dauerhafte Aufstockung der NATO-Truppen in den östlichen Bündnisländern ab. Bündnis-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte am Mittwoch nach einem Sondertreffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel, nötig seien "erheblich mehr Truppen im östlichen Teil der Allianz mit höherer Bereitschaft". Nach seinen Worten beauftragten die NATO-Staaten die Militärführung mit der Ausarbeitung konkreter Pläne.

Den polnischen Vorstoß für eine "Friedensmission" der NATO in der Ukraine lehnten die Mitgliedsländer nach Angaben Stoltenbergs ab. "Die Verbündeten sind sich einig, dass die NATO keine Land- oder Luftstreitkräfte in die Ukraine entsenden sollte", sagte Stoltenberg.

(APA/Red)

  • VIENNA.AT
  • Chronik
  • Stoltenberg: Russische Invasion der Ukraine verändert Sicherheitsumfeld
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen