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Steyr: Polizei vereitelt Überfall auf Ehepaar

Der Überfall auf ein gut situiertes Ehepaar wurde vereitelt.
Der Überfall auf ein gut situiertes Ehepaar wurde vereitelt. ©APA/PAUL PLUTSCH
Ende Juli hat die Polizei einen geplanten Überfall auf ein gut situiertes älteres Ehepaar in Steyr vereitelt und dabei sieben Personen festgenommen.

Die Wiener und Steyrer Polizei hat ein kriminelles Netzwerk aufgedeckt, gegen das nun wegen zahlreicher Delikte ermittelt wird. Die Bande plante in Steyr einen Raubüberfall auf ein gut situiertes älteres Ehepaar, der jedoch verhindert wurde. Dabei wurden in Summe sieben Personen festgenommen. Da die Polizei von der geplanten Home Invasion wusste, konnte das Ehepaar in Sicherheit gebracht werden.

50 Cobra-Beamte im Einsatz

"Es handelte sich um die Verhinderung eines wirklich schweren Verbrechens", sagte der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. An der Aktion am 31. Juli waren gut 50 Cobra-Beamte samt Hubschrauber sowie Beamte des Landeskriminalamtes Wien und der oberösterreichischen Polizei beteiligt. Die Täter seien zwar überrascht gewesen, leisteten aber keinen Widerstand, erzählte Hannes Gulnbrein vom Einsatzkommando Cobra.

Nähere Angaben zum älteren Ehepaar und wie viel Geld oder welche Wertgegenstände in dem Haus des Paares erbeutet hätten werden sollen, wurde auf Fragen von Journalisten nicht erläutert. Aus Sicht der Täter seien sie ein "interessantes Objekt" mit einem "finanziellen Background" gewesen, hieß es von den Ermittlern dazu lediglich.

Beschuldigte sollen zahlreiche Delikte begangen haben

Die Beschuldigten sowie andere Komplizen stehen im Verdacht, noch zahlreiche weitere Delikte in den vergangenen Jahren begangen zu haben, darunter auch Einbruchsdiebstähle mit Schadensummen in Höhe von 200.000 Euro. Die Anzeigen lauten derzeit auf versuchten schweren Raub, Vergewaltigung, gefährliche Drohung, Körperverletzungen, Nötigungen, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Erpressung sowie Delikte nach dem Suchtmittelgesetz und Vermittlung von Aufenthaltsehen.

Seinen Ausgang nahm die gesamte Operation bereits im April diesen Jahres. Damals wandte sich eine Prostituierte an die Polizei, um eine Vergewaltigung sowie eine erzwungene Aufenthaltsehe anzuzeigen. Hauptbeschuldigter war ein 49-jähriger Palästinenser, von dem sie zu der Scheinehe gezwungen worden sein soll. Im Zuge der Ermittlungen drang die Polizei immer mehr in das Netzwerk vor und erfuhr so von der geplanten Home Invasion, also einem Raubüberfall in einem Eigenheim, bei dem die Täter ihre Opfer festhalten, um diese dann in aller Ruhe auszurauben.

Weitere Ermittlungen führten zu einem inhaftierten 40-jährigen Drogenhändler, der derzeit in der Justizanstalt Stein einsitzt. Zur Gruppe der Tatverdächtigen gehört auch eine 49-jährige Frau aus Steyr, die der Bande den Tipp gegeben haben soll, dass bei dem Ehepaar "was zu holen" sei. Den Raub selbst hätten drei Libanesen, ein Österreicher türkischer Abstammung sowie ein afghanischer Flüchtling durchführen sollen.

Im Zuge von Observationen, Abhöraktionen und Ermittlungen sind auch Sexvideos aufgetaucht, die heimlich aufgenommen und zu Erpressungszwecken einsetzt wurden. Nähere Details wurden nicht genannt, da hier noch ermittelt werde, sagte der stellvertretende Leiter des Landeskriminalamtes Wien, Michael Mimra.

(APA/Red)

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