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Steueroasen: Unternehmen in Österreich "ersparen" sich 1,3 Milliarden

Einzelne Unternehmen wie Starbucks (im Bild Starbucks-CEO Howard Schultz) zahlen in Österreich de facto gar keine Unternehmenssteuern.
Einzelne Unternehmen wie Starbucks (im Bild Starbucks-CEO Howard Schultz) zahlen in Österreich de facto gar keine Unternehmenssteuern. ©AP
Österreich entgehen jedes Jahr rund 1,3 Milliarden Euro durch Gewinnverlagerung internationaler Unternehmen. Abhilfe könnte nur eine EU-weite Gesamtkonzernbesteuerung schaffen.

Unternehmen in Österreich zahlen erst ab dem 17. Februar eines Jahres Steuern, zeigen Berechnungen des Momentum Instituts. Es hat den Montag zum "Corporate Tax Refusal Day" ausgerufen, also zum Unternehmenssteuer-Verweigerungstag. Durch das Verschieben von Profiten in Steuersümpfe entgehen Österreich rund 13 Prozent der Unternehmenssteuern. "Während Arbeitnehmer und kleine Selbstständige schon seit 1. Jänner Steuern zahlen, weigern sich Konzerne, ihren fairen Beitrag zu leisten", kritisiert Barbara Blaha, Leiterin der Denkfabrik Momentum Institut.

©Momentum

Konzerne verrechnen überhöhte Preise für konzerninterne, länderübergreifende Lieferketten, wenn Teile aus einem Niedrig- in ein Hochsteuerland geliefert werden. "Zudem melden viele multinationale Konzerne ihre Patente und Marken bei Briefkastenfirmen in Irland an, wo der Konzernsteuersatz gering ist. Wenn dieses Unternehmen dann in Österreich produziert, zahlt es fiktive Patentgebühren oder Markenrechte nach Irland, wodurch der steuerpflichtige Gewinn in Österreich vermindert wird", analysiert Wirtschaftsforscher Konstantin Wacker (Uni Groningen), der die Analyse erstellt hat.

1,3 Milliarden Euro Steuern "gespart"

Hochgerechnet auf das Jahr 2018 entgehen Österreich durch Gewinnverschiebungs-Tricks rund 1,3 Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Das ist ungefähr so viel wie die Mindestsicherung kostet. Der Großteil der Profite wird in die Schweiz, nach Irland, die Benelux-Staaten, Malta und außerhalb Europas verschoben. Einzelne Unternehmen wie Starbucks zahlen in Österreich de facto gar keine Unternehmenssteuern: 17 Mio. Umsatz und einem vermuteten Millionengewinn stehen nur 1.000 Euro Körperschaftssteuer gegenüber. "Die Bekämpfung der Tricks ist komplex und stößt auf starken Widerstand der Unternehmen. Länderspezifische Steuerberichte und das Trockenlegen von Steuersümpfen innerhalb der EU können ein erster Schritt sein. Ziel ist eine Gesamtkonzernbesteuerung", erklärt Blaha.

Deutsche Unternehmen zahlen noch weniger Steuern

Die Belastung durch die Körperschaftssteuer (KÖSt) ist der Untersuchung zufolge in Österreich nicht allzu hoch und gemessen an allen Steuereinnahmen unter dem Durchschnitt der Industriestaaten, so der "Standard".

40 Prozent aller Profite von multinationalen Konzernen werden laut Momentum Institut in "Steuersümpfen" gemeldet. Österreich liege mit seinen Verlusten noch im Mittelfeld. In Deutschland begännen Konzerne erst am 23. März damit, Steuern zu zahlen.

(APA/red)

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