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Österreicher zu unvorsichtig?

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Vor einem Einbruch in der eigenen Wohnung fürchten sich die Österreicher nicht besonders, wie es aussieht: 31 Prozent rüsten ihr Heim nicht gegen unerwünschte Eindringlinge.

Wien ist Kriminellen-Hochburg

„Weil die Österreicher glauben, dass es sie nicht selbst trifft, tun sie wenig zur Vorbeugung“, erklärte Norbert Griesmayr, Generaldirektor der Versicherung am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Die Ostösterreicher sind der Umfrage zufolge vorsichtiger: Nur 22 Prozent der Wiener haben gar keine Vorkehrungen gegen Einbrecher getroffen. In Salzburg, Tirol und Vorarlberg sind es 45 Prozent. Zwar halten knapp drei Viertel das Risiko für steigend, Opfer eines Eigentumdelikts zu werden – 44 Prozent meinen jedoch weniger gefährdet zu sein als andere. Tatsächlich sei die Anzahl der gemeldeten Straftaten im ersten Halbjahr 2006 um 5,7 Prozent gesunken, so Griesmayr.

Zu den beliebtesten Schutzmaßnahmen gehören Sicherheitstüren. Etwa jeder Zweite, der vorsorgt, hat solche Portale eingebaut. Tatsächlich verschafft sich bei Mehrfamilienhäusern die Hälfte der Kriminellen über die Wohnungstüre Zugang. Knapp jeder fünfte Vorsichtige setzt auf Einbruch hemmende Jalousien, 13 Prozent auf einen Wachhund. An letzter Stelle (acht Prozent) steht die Alarmanlage. Sind die Österreicher auf Urlaub, vertrauen sie bevorzugt auf ihre Nachbarn als „Sicherheitspersonal“: 60 Prozent lassen ihre Wohnungen regelmäßig durch Vertrauenspersonen inspizieren, jeder fünfte bittet sogar jemanden, bei sich zu Hause wohnen. Keine Schutzmaßnahmen während des Urlaubs trifft jeder zehnte. Für die Studie wurden im August 2006 genau 600 versicherte Österreicher befragt.

Bessere Sicherheitseinrichtungen in den eigenen vier Wänden mindern die Schadenssummen und schlagen sich in günstigeren Versicherungstarifen nieder, gab der VAV-Chef zu Bedenken, der bei den Österreichern diesbezüglichen Aufklärungsbedarf ortete. Weil Einbrüche oft auch zu starker psychischer Belastung führen, will die VAV-Versicherung noch im Jahr 2007 ein Produkt auf den Markt bringen, das die psychologische Betreuung der Opfer miteinschließt. Dieses Zusatzpaket könne wahlweise abgeschlossen werden und beinhalte eine psychologische Erstberatung eines Facharztes und ein weiteres Gespräch nach etwa einem Monat.

Etwa die Hälfte der Betroffenen komme mit einem Einbruch in die eigenen vier Wänden selbst gut zurecht, erklärte der Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Walter König. Es könne aber auch zu posttraumatischen Belastungsstörungen kommen. Etwa acht Prozent sind einmal im Leben von diesem Krankheitsbild betroffen, so der Traumaspezialist.

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