Österreicher nach Rauschnacht in Fußballfieber

Das haben die Österreicher definitiv gebraucht: einen EM-Punkt. Seit dem 1:1 gegen Polen ist das Land vom Fußballfieber erfasst.

In der Nacht auf Freitag wurde landesweit (vor-)gefeiert; der leidgeprüfte Österreicher glaubt nun wirklich an den möglichen Sieg. Einziger Wermutstropfen ist das Wetter, laut ZAMG bleibt es sowohl am Wochenende als auch am Montag, dem Tag der Entscheidung, kühl und unbeständig.

“Bestes englisches Wetter” erwartet die Fußballfans am Montag in Wien, wenn Österreich gegen Deutschland antritt. Auch am heutigen Freitag sind bei wolkenbehangenem Himmel wiederholt kurze Regenschauer möglich. Es sind zudem starke Böen von bis zu 75 km/h zu erwarten, was sich auf die Besucherzahlen in den Fanzonen auswirken könnten.

Über das Wetter kann man sich aber noch früh genug Gedanken machen. Was Österreich am Freitag am meisten beschäftigte, war die Chance auf die Viertelfinal-Teilnahme, die das Nationalteam mit dem 1:1 gegen Polen gewahrt hat. “Jetzt kann die EURO so richtig losgehen”, lautete etwa der Tenor zahlreicher Promis, die das Unentschieden zwischen Österreich und Polen am Donnerstagabend im Burgtheater bejubelt und bepfiffen hatten. Für das Schicksalsspiel überlegt die Stadt Wien sogar eine Öffnung der Ausweich-Partymeile Hanappi-Stadion.

Trotz Freudentaumel ist es Donnerstagnacht sicherheitstechnisch weitgehend ruhiggeblieben – von außertourlichen Einsätzen wie das Herunterholen eines Betrunkenen vom Liebenberg-Denkmal am Wiener Ring abgesehen. Unerfreuliches vermeldeten die Salzburger Behörden. In einem Regionalzug zwischen der Stadt Salzburg und Seekirchen am Wallersee im Salzburger Flachgau haben jugendliche Fußballfans schweren Sachschaden angerichtet. In Klagenfurt wurde ein rabiater polnischer Fußball-Fan wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt.

Insgesamt haben in den ersten sechs EM-Tagen 750.000 Fans auf Österreichs Straßen gefeiert. Bisher sei es dabei zu 320 Festnahmen und 470 Anzeigen gekommen, 15.500 Polizisten waren im Einsatz, sagte Günther Marek, EURO-Koordinator im Innenministerium, bei der Host-City-Pressekonferenz. Ruhig, mit wenigen Zwischenfällen und kaum Festnahmen sei auch der Donnerstagabend verlaufen.

Ob es in den kommenden Tagen weiter ruhigbleibt, wird sich zeigen. Fußballtechnisch sind die Deutschen jedenfalls gewarnt: “Jetzt Zitter-Spiel gegen die Ösis”, titelte die deutsche “Bild”. “Jogi, pass auf diese Ösis auf!”, so das Blatt.

Davor werden aber noch am Samstag in der Host City Innsbruck zum Match Schweden gegen Spanien bis zu 70.000 Fans erwartet. Die Gelb-Blauen haben schon am vergangenen Dienstag in Salzburg gezeigt, dass sie Fair Play ernst nehmen: Als Ausdruck ihrer Freundschaft zu den Niederländern haben sie die “Oranjes” “immer wieder brüderlich umarmt” – die in Orange gekleideten Mitarbeiter der Abfallbeseitigung haben nicht schlecht gestaunt.

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