Österreicher mit der Arbeit der Bundesregierung nicht zufrieden

Die österreichische Bundesregierung hat in den ersten sieben Monaten wenig weitergebracht, glaubt die Mehrheit der Österreicher. Beste Noten erhielt Außenministerin Plasnik.

Und ausgerechnet bei Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) glauben mit 58 Prozent die meisten, dass er bisher wenig weitergebracht hat, während 24 Prozent vom Gegenteil überzeugt sind, wie aus einer aktuellen Umfrage des Salzburger Instituts für Grundlagenforschung (IGF) hervorgeht.

„Von einem Kanzlerbonus kann keine Rede sein, wenn sogar jeder zweite SPÖ-Wähler (bei der Nationalratswahl 2006) davon ausgeht, dass sich nichts bewegt hat, nichts weitergeht“, meinte IGF-Geschäftsführerin Ernestine Depner-Berger.

Die besten Noten erhielt mit Abstand Außenministerin Ursula Plassnik (V): Die Hälfte der Österreicher (49 Prozent) attestieren der Außenministerin, dass sich in ihrem Ressort was weitergegangen ist. Andrea Kdolsky (V) und Erwin Buchinger (B) liegen im Ranking fast gleichauf an zweiter bzw. dritter Stelle – polarisieren jedoch. Die Arbeit der Gesundheitsministerin wurde von 41 Prozent positiv bewertet, von 37 Prozent hingegen negativ, der Sozialminister bekam von 38 Prozent eine positive und von 37 Prozent eine negative Bewertung. Beide Minister werden sowohl von den deklarierten ÖVP- als auch SPÖ-Wählern gleichermaßen beurteilt.

Als Vierter schafft nur mehr Josef Pröll (V) ein positives Saldo (37:31), bei allen anderen Ministern meinen mehr Österreicher, dass sie wenig weitergebracht hätten als das Gegenteil. Das Schlusslicht bildet Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V), dessen Schaffen nur von 14 Prozent positiv bewertet wird, während 40 Prozent kaum Bewegung orten.

Auf die Frage, welche Regierungspartei seit der Wahl die bessere Arbeit geleistet hat, schneidet die ÖVP mit 14 Prozent etwas besser ab als die SPÖ (neun Prozent). 36 Prozent meinen aber „keine von beiden“, während 28 Prozent glauben, dass beide eine gleich gute Arbeit leisten.

Das IGF stellte auch die Sonntagsfrage, bei der die ÖVP mit 36 Prozent vor der SPÖ (33 Prozent) läge, gefolgt von den Grünen (14 Prozent) und der FPÖ (13 Prozent), wobei aber Depner-Berger selbst einräumte, dass diese aufgrund der großen Zahl an Unentschlossenen wenig aussagekräftig sei.

(Das IGF befragte im Zeitraum 26. bis 31. Juli insgesamt 500 Österreicher über 16 Jahren per Telefon. Angewandt wurde das Quota-Verfahren nach Daten der Statistik Austria. Die maximale Schwankungsbreite beträgt plus/minus 4,5 Prozent.)

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