Österreicher geben mehr Geld für Glücksspiele als Bildung aus

Rund ein Drittel mehr als für Bildung geben Herr und Frau Österreicher für Glücksspiele aus. Seit 2001 sind die durchschnittlichen Konsumausgaben für Glücksspiele von 460 auf 1.020 Euro im Jahr 2009 geklettert, für Bildung nur von 440 auf 670 Euro jährlich.

Der Anteil der Glücksspiele an den Haushaltsausgaben wuchs in dem Zeitraum von 1,4 auf 2,5 Prozent. Dies geht aus einer neuen Studie der RegioPlan Consulting hervor. Am stärksten zulegen können am mittlerweile 3,7 Mrd. Euro schweren heimischen Glücksspielmarkt die Online- und Wettspiele sowie Sportwetten und Casinos. Dagegen verliert das klassische Lottospiel immer mehr an Bedeutung: der Anteil sank von 75 Prozent im Jahr 2001 auf rund ein Drittel 2009.

Der starke Anstieg der Ausgaben im Bereich der Glücksspiele im Untersuchungszeitraum – mehr als eine Verdopplung – ist laut RegioPlan hauptsächlich auf den Onlinebereich sowie auf den Spielautomaten-Boom zurückzuführen. Fielen diese beiden Bereiche vor einem Jahrzehnt kaum ins Gewicht, so machen sie heute mehr als 50 Prozent der Gesamtausgaben eines durchschnittlichen Haushalts im Bereich der Glücksspiele aus. Auch ist der Glücksspiel-Sektor in Österreich mittlerweile in etwa gleich groß wie das Marktvolumen im Bereich Urlaub: Hier stiegen die Konsumausgaben zwischen 2001 und 2009 lediglich von 920 auf 1.090 Euro jährlich an.

Vor allem das Internet sowie Produktinnovationen haben den Glücksspielmarkt in diesem Jahrzehnt verändert, erklärt Michael Oberweger, Leiter des Consulting bei RegioPlan: “Während der Gesamtmarkt für klassische Lotteriespiele stagniert, haben sich Onlineplattformen wie win2day oder bwin sowie Video Lotterie Terminals und Automatencasinos als wahre Cash-Cows entpuppt.”

Ob gewettet und um Geld gespielt werde, sei primär keine Frage der sozialen Schicht, erklärt Oberweger. Schichtspezifisch sei jedoch, wo gespielt werde. Einkommensschwächere und Jüngere würden Onlinespiele, Wettbüros oder Lottospiele bevorzugen. Wohlhabendere Schichten seien dafür tendenziell öfter im Casino anzutreffen. Letztlich sei der starke Anstieg der Ausgaben für Glücksspiele auch ein Indikator für den den gestiegenen Wohlstand in Österreich, sagt Oberweger.

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