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Stephansplatz fest in kroatischer Hand

Freitagnachmittag - wenige Stunden vor Anpfiff der Viertelfinalpartie Kroatien gegen Türkei - war der Stephansplatz bereits fest in der Hand von kroatischen Fußballfans. Bilder aus der Wiener Innenstadt 

Durchwegs in rot-weiß-karierten Fandressen gekleidet, zelebrierten Polizeischätzungen zufolge über 1.500 Anhänger ihre Vorfreude auf das abendliche Match.

Mit Tröten und Trillerpfeifen und lautstark intonierten Schlachtgesängen sorgten die Kroaten für ein “Heimspiel” vor dem Stephansdom. Nicht jeder Einheimischer sah das gern. Ein Mittfünfzigerin, die mit ihren vierbeinigen Liebling Richtung Rotenturmstraße unterwegs war, zeigte sich pikiert: “Ich muss doch mit meinem Rolfi Gassi gehen. Und jetzt schreckt er sich so.”

Einzelne türkische Fangruppen, die in der Innenstadt auftauchten, wurden angesichts der kroatischen Übermacht recht kleinlaut. Ihre “Türkiye, Türkiye”- Rufe erreichten bestenfalls Zimmerlautstärke. Anhänger von Ballack, Schweinsteiger und Co wurden wiederum von den Kroaten mit einem verächtlichen “Deutschland auf Wiedersehen” begrüßt.

Hocherfreut über den Ansturm der Fußballfans war man in einer Supermarkt-Filiale sowie in einem Schnellimbiss in der Singerstraße. “Die Kroaten tun dem Umsatz gut. Hoffentlich kommen sie ins Finale”, hieß es in letzterem, wo sich hungrige Karo-Träger friedlich um Pommes frites und Burger anstellten.

Im angrenzenden Supermarkt ging in der Zwischenzeit der Dosenbiervorrat zur Neige. Der 22-jährige Nico – ein Wiener Student mit kroatischen Wurzeln -, der soeben eingekauft hatte, verriet die Pläne für die kommenden Stunden: “Ich habe jetzt zwölf Hülsen, und bevor das Geschäft hier zusperrt, komme ich sicher noch um Nachschub her.”

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