Steigende CO-Unfälle in Wien: Info-Kampagne und Maßnahmen gefordert

Es werden Maßnahmen gefordert um über CO-Unfälle zu informieren.
Es werden Maßnahmen gefordert um über CO-Unfälle zu informieren. ©APA/Barbara Gindl (Themenbild)
CO-Unfälle sind gefährlich und können im schlimmsten Fall auch tödlich enden. Wiens Rauchfangkehrer und Installateure fordern Maßnahmen, um die Zahl der Unfälle zu reduzieren.

Es ist unsichtbar, gefährlich und kann in höchst vertrauter Umgebung vorkommen - also etwa im Badezimmer: Kohlenmonoxid (CO). Die Substanz entsteht durch Abgasrückstau bei der Gastherme und einer damit einhergehenden unvollständigen Verbrennung. Wiens Rauchfangkehrer und Installateure fordern nun Maßnahmen, um die Zahl der damit einhergehenden Unfälle, die tödlich enden können, zu reduzieren.

Anstieg der CO-Zwischenfälle im Sommer

Im Sommer wurde heuer wieder ein Anstieg der Zwischenfälle registriert, wobei die heiße Jahreszeit deswegen problematisch ist, weil bei Hitze die Abgase durch den Rauchfang oft nicht optimal abziehen. Damit scheint sich jedenfalls ein Trend umzukehren: Denn in den vergangenen Jahren war ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, wie Christian Leiner, Innungsmeister der Wiener Rauchfangkehrer, und Robert Breitschopf, Chef der Installateursinnung, am Montag im Gespräch mit der APA erläuterten. Da die Gefahr medial kaum mehr präsent war, dürften so manche nachlässig beim Thermenservice geworden sein, wird vermutet.

Hauptursache für CO-Vorfälle: Schlecht gewartete Anlagen

Noch immer sind vor allem schlecht gewartete Anlagen Hauptursache für CO-Vorfälle, betonte Leiner. Er appelliert dringend, Gasanlagen unbedingt jährlich überprüfen zu lassen. Denn verschmutzte oder unzureichend funktionierende Geräte vergrößern die Gefahr, eine ordentliche Wartung könne die Entstehung des giftigen, geruchlosen Gases hingegen weitgehend verhindern, erläuterte er.

Informationskampagne der Stadt Wien gefordert

Um dies wieder vermehrt ins Bewusstsein der Wohnungsbesitzer und Mieter zu bringen, fordern die Innungsvertreter eine entsprechende Informationskampagne der Stadt. Wobei auch zugleich eine landesgesetzliche Änderung urgiert wird. Denn Gasthermen müssen auch alle vier Jahre eine Abgasmessung über sich ergehen lassen. Bei dieser könne eine Verschmutzung ebenfalls erkannt werden. Jedoch sei der Intervall zu groß bemessen, hieß es. Hier wäre eine Änderung auf einen höchstens zweijährigen Zeitabstand nötig, sagte Leiner.

Ein Problem, das zunehmend virulent wird, sind zudem mobile Klimageräte. Sie können ebenfalls zu gefährlichen Situationen führen. Denn die immer beliebteren Anlagen benötigen Frischluft - die aus dem Raum genommen wird. Das Kohlenmonoxid wird quasi vom Kamin direkt in die Wohnung gesaugt. Die Klimaanlage muss dabei gar nicht in jenem Zimmer postiert werden, in dem sich die Therme befindet, wie Installateurs-Branchenvertreter Breitschopf betonte: "Man muss den gesamten Wohnungsverbund betrachten."

Kühlgeräte können ebenfalls gefährlich werden

Empfohlen wird dringend, vor Inbetriebnahme eines Raumklimageräts einen Rauchfangkehrer zurate zu ziehen. Wobei dessen Urteil "zu 90 Prozent" negativ ausfallen wird, wie Leiner vermutete. Falls man sich trotzdem für eine Anschaffung entscheide, solle in jener Zeit, wo sie kühlt, zumindest die Therme ausgeschaltet werden. Unproblematisch seien hingegen Splitgeräte, die mit Außenluft arbeiten. Sie sind allerdings nicht nur deutlich teurer, sie werden von den Vermietern auch oft nicht erlaubt.

Eine nach Angaben der Fachleute relativ preiswerte Maßnahme ist die Anschaffung eines CO-Melders. Dieser sei um rund 50 Euro zu haben. Eine deutlich größere Investition ist der Einbau einer Brennwerttherme. Diese verhindere aufgrund ihrer Konstruktion ebenfalls die Entstehung gefährlicher CO-Konzentrationen in der Wohnung, wurde betont.

(APA/Red)

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