Stadtregierung und Opposition bei Verbesserungsbedarf im AKH einer Meinung

Das Wiener Allgemeine Krankenhaus (AKH) wird in den kommenden Jahren generalsaniert werden.
Das Wiener Allgemeine Krankenhaus (AKH) wird in den kommenden Jahren generalsaniert werden. ©APA
Verbesserungsbedarf in Österreichs größtem Spital ortete nicht nur die Opposition, sondern auch die rot-grüne Stadtregierung in Wien. Eine Sondersitzung zum Thema am Donnerstag hat zumindest diesen Konsens ergeben. Die Stadtregierung setzt auf die angestrebte gemeinsame Betriebsführung, die Anfang 2015 in Kraft treten soll.

Blau schießt gegen Wehsely

Freiheitlicher Klubchef Johann Gudenus nannte das AKH in seiner Begründungsrede “das steinerne Monument sozialistischer Geldverschwendungspolitik” und verwies auf kürzlich veröffentlichte Rechnungshofberichte zu Kostensteigerungen bei Bauprojekten bzw. beim spitalsinternen EDV-System. “Das Chaos hat einen Namen: Sonja Wehsely”, griff Gudenus die rote Gesundheitsstadträtin an. Die Blauen brachten einen Misstrauensantrag gegen die Ressortchefin ein.

ÖVP stellt Bedingungen

Dieser wurde nicht nur erwartungsgemäß von SPÖ und Grünen abgelehnt, sondern auch von der ÖVP. Denn man wolle im Hinblick auf die “Geldvernichtungsmaschine AKH” konstruktive Oppositionspolitik betreiben, ließ Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec wissen. Die rot-grüne Zustimmung zu einem heute eingebrachten ÖVP-Antrag, wonach eine gemeinsame AKH-Betriebsführung – also die gemeinsame Planung von Leistungen, Personal und Budget – wie angekündigt bis Anfang 2015 umgesetzt wird, vorausgesetzt wollen die Schwarzen Wehsely unterstützen.

Alle für gemeinsame Betriebsführung

Tatsächlich stimmten, neben der FPÖ, sowohl die Sozialdemokraten als auch die Grünen dem schwarzen Antrag zu. Die Regierungsparteien erwarten sich durch die neue Betriebsführung – die Eckpunkte wurden bereits im August 2013 von Stadt und Medizinischer Universität Wien vereinbart – die Lösung diverser Probleme. Denn laut der grünen Gesundheitssprecherin Jennifer Kickert herrscht “ein hohes Potenzial an Verbesserungen in der Mittelaufbringung, der Personaleinteilung und der Nutzung der Infrastruktur”. Man könne nicht alles schönreden, tatsächlich seien hohe Kostensteigerungen und Managementfehler bei Sanierungs- und Neubauprojekten passiert, räumte sie ein.

Rote Kritik and der FPÖ

Auch SPÖ-Abgeordneter Kurt Wagner meinte, dass in der Vergangenheit Fehler geschehen seien. In Zukunft könne es nicht mehr sein, dass sich Projektkosten verdoppeln oder es ein “Wünsch dir was” bei Bauvorhaben gebe. Von einer seitens der Opposition ins Treffen geführten personellen Ausdünnung im AKH könne aber keine Rede sein. “Auf 100 Spitalsbetten kommen 71 Ärzte, der Österreich-Schnitt in Unikliniken liegt bei 53 Ärzten”, rechnete Wagner vor. Während er dem ÖVP-Antrag “mit Freude” zustimme, beschied er der FPÖ, dass diese nur skandalisieren und nicht an Konzepten mitarbeiten wolle.

Zumindest waren sich alle Parteien darin einig, dass es in Österreichs größtem Spital Verbesserungsbedarf gibt

(APA/Red)

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Stadtregierung und Opposition bei Verbesserungsbedarf im AKH einer Meinung
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen