Stadtpsychologie: Wiens Fiaker auf der Couch

Wiens Fiaker-Fahrer als Studienobjekte
Wiens Fiaker-Fahrer als Studienobjekte ©bilderbox.at
Die Wiener Stadtpsychologin Cornelia Ehmayer widmet sich in ihrer neuesten Studie einem der Wahrzeichen der Hauptstadt: Der Berufsstand der Fiaker-Fahrer ist im Fokus.

Dazu hat Ehmayer über ihren Internetauftritt eine Umfrage initiiert, um zunächst ein Stimmungsbild der Wiener zu ihren Pferdekutschen zu erheben. Mittelfristig soll es aber auch Umfragen und Interviews mit den Fiakern selbst geben. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung möchte Ehmayer im Frühling 2010 vorstellen.

“Es ist ein klassisches Wien-Thema, das viel mit der Identität der Stadt zu tun hat”, begründete sie im APA-Gespräch ihre Motivation. Schließlich gebe es trotz allem keine aktuelle Studie zum Berufsstand der Fiaker – dem Hauptfokus der Ehmayer-Untersuchung: “Mich interessieren die Menschen hinter dem Fiaker-Gespann.” Man spreche hier über Schicksale.

Aber natürlich gehe es auch um Fragen des Stadtbildes, die eine breite Öffentlichkeit beschäftigten, da zum Fiaker-Thema nahezu jeder eine Meinung habe. Und diese können Interessierte auf dem Internetauftritt der Stadtpsychologin kundtun. Nebst einem Kommentarfeld kann Aussagen wie “Wien wäre nicht Wien ohne die Fiaker”, “Die Fiaker gehören nicht in die Wiener Innenstadt” oder “Mehr Fiaker und weniger Autos braucht die Stadt” die Stimme geben werden.

Eigentlich hatte Ehmayer darauf gehofft, erstmals für eines ihrer Projekte die Unterstützung der Stadt zu erhalten. Da diese jedoch ausblieb, wird sie nun wieder selbst aktiv. Damit sei man immerhin unabhängiger, allerdings könnte ihr Projekt mit Förderung umfassender gestalten werden. So habe sie bereits Pläne für einen Diskurs mit Experten über die Zukunft der Fiaker. Die Ideen reichen hier von einem Taxiservice durch die Fiaker bis hin zu einem Heurigen-Shuttle mit den Droschken.

Das Fiaker-Projekt wird die vierte derartige Wienstudie der Stadtpsychologin. Begonnen hatte sie mit dem Verzieren von Hundehaufen mit kleinen Fähnchen, um ein Umdenken bei Hundehaltern zu erreichen. 2003 präsentierte sie das “Wesen Wien” als Ergebnis einer Studie und 2007 widmete sie sich in einer breiten Befragung dem Donaukanal. Diese letzte Analyse mündete in die Einbeziehung Ehmayers ins Donaukanal-Planungsteam zur Erstellung eines Masterplanes. “Es ist ein Quantensprung, dass meine Studie die Grundlage für Architekten und Stadtplaner geworden ist”, freut sich Ehmayer über den bisherigen Erfolg.

Web: http://www.stadtpsychologie.at/

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