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Städtische Kindergärten in Wien bleiben am Mittwoch geschlossen

Die Parteien zeigen Verständnis für den Aktionstag.
Die Parteien zeigen Verständnis für den Aktionstag. ©APA/MAX SLOVENCIK
Am 24. Jänner ist der Tag der Elementarpädagogik. In Wien bleiben deswegen die städtischen Kindergärten geschlossen.

Seit 2018 richten Aktivistinnen und Personal der Kindergärten jedes Jahr am 24. Jänner, dem Tag der Elementarpädagogik, ihre Forderungen an die Politik. In Wien bleiben als Zeichen der Solidarität deshalb am morgigen Mittwoch die städtischen Kindergärten erneut geschlossen. Sozialpartner und Parteien zeigten per Aussendung Unterstützung für die Anliegen des Kindergartenpersonals, das in den vergangenen Jahren wiederholt wegen schlechter Rahmenbedingungen protestiert hat.

Verständnis für Aktionstag, geschlossene Kindergärten in Wien

Wien. In einer Petition, die noch bis März unterschrieben werden kann, fordert aktuell eine Gruppe von Kindergarteninitiativen wie das Netzwerk Elementarer Bildung Österreichs (NEBÖ) und Educare und Kindergartenträger von der Caritas bis zu den Kinderfreunden mehr Geld, bessere Rahmenbedingungen und ein Recht auf einen Kindergartenplatz für jedes Kind. Per Aussendung haben die Parteien im Vorfeld des Aktionstags Verständnis für diese Anliegen gezeigt.

"Unsere Kinder und Elementarpädagog*innen sind keine Bittsteller", betonte etwa SPÖ-Chef Andreas Babler. Kinder hätten das Recht auf einen wohnortnahen Kinderbildungsplatz, wiederholte er seine Forderung nach einem ganztägigen, kostenfreien Kinderbildungsplatz in ganz Österreich. Gleichzeitig würden die Pädagoginnen und Pädagogen einen guten Arbeitsplatz und faire Bezahlung verdienen. Er wiederholte auch seine Forderung nach einem gesunden Mittagessen in allen Kindergärten und Schulen bis zur achten Schulstufe. "Kein Kind soll hungrig in den Kindergarten oder in die Schule gehen."

Wiener ÖVP pocht weiter auf Stufenplan für Betreuung in Kindergärten

Die Wiener ÖVP pochte unterdessen erneut auf einen Stufenplan zur Verbesserung der Betreuungsverhältnisse in den Kindergärten. "Gibt es diese mittel- bis langfristige Perspektive für bessere Rahmen- und Arbeitsbedingungen in Wiens Kindergärten nicht, werden immer weniger Pädagoginnen und Pädagogen in den Beruf einsteigen, worunter erneut die Qualität in der Kinderbetreuung leidet", warnte Bildungssprecher Harald Zierfuß. Er sieht die Stadtregierung aus SPÖ und NEOS in der Pflicht, sind doch die Länder für die Rahmenbedingungen in den Kindergärten zuständig.

"Stadtrat (Christoph) Wiederkehr (NEOS, Anm.) muss endlich Verantwortung übernehmen, mutig sein und echte Reformen starten", forderten auch die bei den Wiener Grünen für Bildung Verantwortlichen, Julia Malle und Felix Stadler. Nötig seien bessere Arbeitsbedingungen, kleinere Gruppen, ein besserer Fachkraft-Kind-Schlüssel und eine faire Bezahlung.

Enormer Personalmangel: "Verantwortliche in Politik müssen rasch handeln"

Auch die Sozialpartner hatten gemeinsam mit der Industriellenvereinigung zuletzt wieder auf qualitative Verbesserungen beim Kindergarten-Ausbau gedrängt. Man freue sich über den von der Regierung angekündigten Ausbau der Plätze. Nun müsse aber der Fokus gezielt auf qualitativen Verbesserungen liegen, hieß es in einer Aussendung von Wirtschaftskammer, ÖGB, Arbeiterkammer, Landwirtschaftskammer und Industriellenvereinigung. Konkret nannten sie etwa eine Ausbildungsoffensive, bessere Arbeitsbedingungen und den Ausbau flexibler Betreuungsangebote.

Bei der ehemaligen Gemeindebedienstetengewerkschaft younion will man zum Tag der Elementarpädagogik die geschlossenen öffentlichen Kindergärten in der Bundeshauptstadt als "klares Zeichen an die Politik" verstanden wissen. Die dort Beschäftigten müssten einen enormen Personalmangel ausgleichen, gleichzeitig werde die pädagogische Arbeit immer anspruchsvoller. "Die Verantwortlichen in der Politik müssen jetzt rasch handeln." Mittlerweile fließe zwar endlich mehr Geld in die Elementarpädagogik, dieses müsse nun aber auch richtig eingesetzt werden. "Neue Plätze zu schaffen ohne sich dabei um das notwendige Personal zu kümmern, kann natürlich nicht funktionieren", forderte younion-Vizechef Manfred Obermüller mehr Ausbildungsangebote.

(APA/Red)

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