Stadt Wien präsentierte "Hitzeaktionsplan"

Stadt Wien begegnet den Klimawandelfolgen mit "Hitzeaktionsplan".
Stadt Wien begegnet den Klimawandelfolgen mit "Hitzeaktionsplan". ©APA
Am Mittwoch wurde ein "Hitzeaktionsplan" der Stadt Wien präsentiert, der neben dem "Klimafahrplan" für eine kühlere Stadt sorgen soll.

"Ein Set an Akutmaßnahmen, mit spezifischen Maßnahmen für die vulnerablen Gruppen", fasste Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) den Inhalt des druckfrischen, 60-seitigen Werks zusammen, das sozial gerechte Klimaanpassungsmaßnahmen ins Zentrum stellt.

Klimaschutz eine "soziale Frage"

Im "Hitzeaktionsplan" finden sich kurz- und längerfristige Maßnahmen, die im Einklang mit den Zielen des Klimafahrplans stehen und einen Fokus der Auswirkungen von Hitze auf den menschlichen Organismus legt, wobei auch Katastrophenschutz oder der Schutz der kritischen Infrastruktur berücksichtigt wurde. Für den Umweltstadtrat ist der Fahrplan "auch eine Haltungsfeststellung", denn Klimaschutz sei auch eine "soziale Frage" und so sei die Stadt etwa auch dafür verantwortlich, "dass nicht nur jene, die sich eine Klimaanlage leisten können, in der Nacht durchschlafen".

"Hitzeaktionsplan" soll vulnerable Gruppen schützen

Im Aktionsplan finden sich auf besonders vulnerable Gruppen abzielende Maßnahmen, angefangen von älteren Menschen, Kleinkinder, Obdachlosen oder an chronischen Erkrankungen Leidende. Wiener Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ) verwies darauf, dass ja bereits seit langem auf die Kälte in der Stadt reagiert werde, "wir sind im Sozialbereich auch mit dem Thema Hitze stärker betroffen, als dies noch im 20. Jahrhundert der Fall war." Hitzetage mit Temperaturen jenseits von 30 Grad, an denen es auch nachts keine echte Abkühlung gibt, haben sich in den vergangenen drei Jahrzehnten in Wien zahlenmäßig mehr als verdoppelt.

In Geriatriezentren und Pflegewohnhäusern habe man bereits auf einen hohen Dämmstandard gesetzt, um so die Frage "Wie können wir kühle Orte zur Verfügung stellen?" zu lösen. Die Antwort laute passive Raumkühlung mit Deckenelementen. Damit schaffe man mit hohen technischen Aufwand vier Grad Abkühlung, dies auch dank der Bereitschaft der Stadt mit einem entsprechenden Budget auf die Herausforderung zur reagieren.

Beschattung und Außenjalousien an neuen Gebäuden in Wien

Zu den weiteren Maßnahmen zählen etwa die Beschattung und die Installation von elektronischen Außenjalousien in allen neuen Gebäuden. Die Zusammenarbeit mit Wien Energie sei dabei notwendig, um durch Fotovoltaik die Wanddeckenenergiesysteme mit Strom zu versorgen. Ein weniger aufwändige, aber wirksame Maßnahme seit das Verteilen von Wasserflaschen durch Sozialarbeiter, die dann an den Trinkbrunnen in der Stadt wiederbefüllt werden können, nannte Hacker ein weiteres Beispiel für die "sozial gerechte Umsetzung des Klimaprogramms.

"Cooling Zones" in Wien als kurzfristige Maßnahme

Ebenfalls eine kurzfristige Maßnahme ist sind "Cooling Zones": Frei zugängliche Gebäude im öffentlichen Raum, an denen sich speziell vulnerable Menschen für einige Stunden abkühlen können, oder die verstärkte Hilfe durch die Gesundheitshotline 1450 bei durch Hitze verursachten gesundheitlichen Beschwerden sowie die Erweiterung des öffentlichen Trinkbrunnen-Angebots. "Wir müssen als Stadtregierung alles tun, um Wien als Ort zu behalten, wo es eine gute Lebensqualität gibt", nannte Czernohorszky das langfristige Ziel, das auch die CO2-Neutralität bis in das Jahr 2040 beinhaltet. Bis dahin gelte auch das Motto "Raus aus dem Gas" - was fehle seien jedoch weiterhin die bundesgesetzliche Rahmenbedingungen, schloss der Umweltstadtrat.

(APA/Red)

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