Staatsoper: Neuer "Tannhäuser" fiel beim Publikum durch

Johan Botha als "Tannhäuser" und Anja Kampe als "Elisabeth"
Johan Botha als "Tannhäuser" und Anja Kampe als "Elisabeth" ©APA
Mit dem "Tannhäuser" von Richard Wagner ist Mittwochabend die letzte Premiere der Ära Ioan Holender über die Bühne der Wiener Staatsoper gegangen. Regisseur Claus Guth siedelte seine Inszenierung im Wien um 1900 an und fiel mit dieser Idee beim gnadenlosen Publikum durch.

Musikalisch hatte man schon weniger auszusetzen: Zum gefeierten Star des Abends wurde Christian Gerhaher als Wolfram von Eschenbach. Auch Johan Botha in der Titelrolle konnte überzeugen, ebenso das Dirigat von Franz Welser-Möst.

Publikum mißfiel Regie
Guth hatte sich drei klassische Wiener Orte für die jeweiligen Aufzüge im “Tannhäuser” ausgesucht: Das traditionsreiche Stundenhotel “Hotel Orient”, das “Schwind-Foyer” der Wiener Staatsoper sowie das Otto-Wagner-Spital in Steinhof, ursprünglich ein psychiatrisches Krankenhaus. Als Belohnung für die Auseinandersetzung mit Stadt und Stoff blies Guth sowie seinen Mitstreitern ein “Buh”-Orkan ins Gesicht, dem die wenigen Beifallsbekundungen kaum etwas entgegenzusetzen hatten.

Jubel für Musiker
Ganz anders hatte es zuvor geklungen, als die Musiker die Bühne betraten. Der Jubel für Gerhaher, der sein Debüt am Haus feierte, dauerte scheinbar ewig an. Anja Kampe, die ebenfalls erstmals auf der Staatsopernbühne zu hören war, erhielt zwar nicht überbordenden aber jedenfalls viel Beifall für ihre Elisabeth. Botha musste sich mit einem beharrlichen “Buh”-Rufer aber sonst viel Applaus auseinandersetzen, ebenso Welser-Möst mit seinem eigenwilligen Wagner-Dirigat nach “Der Ring des Nibelungen”. Gefeiert wurde diesmal auch der Chor der Staatsoper.

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