Staatsoper feiert 140 Jahre Haus am Ring

Wiener Staatsoper feiert "140 Jahre Haus am Ring"
Wiener Staatsoper feiert "140 Jahre Haus am Ring" ©Foto: bilderbox.at
Mit Mozarts "Don Giovanni" feiert die Wiener Staatsoper am kommenden Montag "140 Jahre Haus am Ring".

Rechtzeitig zum Tag der Offenen Tür, den die Staatsoper am kommenden Sonntag (24.5.) einen Tag vor dem Jubiläum anbietet, endet auch ein “langer Kampf” des scheidenden Direktors Ioan Holender: Künftig können rund 60 Vorstellungen pro Saison auf den Karajan-Platz übertragen werden, sagte Holender am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Vor 140 Jahren wurde das Haus von den Architekten August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll konzipiert und dann in einer nicht unproblematischen Bauphase von Josef Hlavka verwirklicht. Bei der Eröffnung am 25.5. 1869 waren beide Architekten bereits tot, Franz Freiherr von Dingelstedt wurde Gründungsdirektor. Rund 36.000 Opernvorstellungen wurden seither im Haus am Ring – das nach der Zerstörung am 12. März 1945 am 5. November 1955 wiedereröffnet wurde – gegeben. Verdi, Wagner, Strauss, Lehar und Schönberg dirigierten eigene Werke, am Pult standen von Karajan bis Furtwängler, Mahler bis Böhm alle namhaften Dirigenten, ebenso wie alle namhaften Sänger hier aufgetreten sind.

Der bisher längst dienende Direktor der Staatsoper, Holender, bringt nun die Aufführungen aus dem Gebäude heraus: Auf einer rund 50 Quadratmeter großen LED-Wand werden 50 bis 60 ausgewählte Opern pro Spielzeit in den Monaten Mai, Juni, September und Oktober auf den Karajan-Platz hinaus übertragen, beginnend mit dem “Werther” mit Elina Garanca am Sonntag. “Es ist vollbracht”, so Holender zu seinem zweijährigen Spießrutenlauf für die Genehmigung. “Ich kenne mich nun bei allen Magistratsabteilungen aus, im Rathaus, bei der Bezirksvorsteherin…” Finanziert wird die Übertragung über Sponsoren und Werbung. Von den 45 Minuten Werbeeinblendungen vor den Vorstellungen und jenen in der Pause gehören die Hälfte der Staatsoper, die andere Hälfte kommt jenem Unternehmen zu Gute, das die LED-Wand zur Verfügung stellt.

Die Übertragung “ist kein Ersatz” für einen Opernbesuch, sondern soll Interesse bei jenen wecken, die “sich sonst nicht für Oper interessieren”, so Holender. Bis September werden vier HD-Kameras im Haus installiert, die nicht nur für die Übertragungen, sondern auch für DVD-Eigenproduktionen verwendet werden können. “Ich sage nicht: Ich brauche den ORF nicht mehr, weil ich ihn soundso nicht mehr habe”, so Holender.

Nicht nur ist der gebürtige Rumäne Holender mittlerweile Rekorddirektor an der Staatsoper, ein weiterer Rumäne hält auch den Sängerrekord: Viktor Madin hat in seiner Laufbahn im Haus am Ring rund 6.300 Vorstellungen gesungen, schilderte Dramaturg Oliver Lang im Gespräch mit der APA. Dieses Wissen ergab sich aus einem Jubiläumsprojekt: Am Montag erscheint eine vollständige, zweibändige Sänger-Chronik aller Vorstellungen von 1869 bis 2009. Dafür habe man tausende Abendzettel durchforstet, in eigenen Beständen und u.a. auch im Theatermuseum und im Staatsarchiv recherchiert. Es sei “interessant zu sehen, wie lange es gedauert hat, bis auch der Regisseur genannt wurde”, so Holender. Auch die Dirigenten bekamen erst 1908 einen eigenen Platz am Abendzettel.

Diese von den Dramaturgen Andreas und Oliver Lang erstellte Chronik (ab Montag im Löcker Verlag erhältlich) wird ergänzt durch einen “Reiseführer durch 140 Jahre” (Lang) in Buchform (“Wiener Staatsoper – 140 Jahre Haus am Ring”, erschienen in der Edition Wiener Staatsoper) und einen Foto-Prachtband, “Wiener Staatsoper – Eine Hommage an das Haus am Ring” mit Aufnahmen von Lois Lammerhuber (Edition Lammerhuber).

Der Einlass zum “Tag der Offenen Tür” (Termine: 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr, 13.30 Uhr bis 16.00 Uhr) ist frei, Zählkarten sind bei den Bundestheater-Kassen zu bekommen. Eine Sonderbriefmarke gibt es ebenso wie eine neu gestaltete Ausstellung im Staatsopernmuseum (Eröffnung 25.5., 17.30 Uhr). Diese umfasst nun Informationen über alle bisherigen Leiter, Bühnenmodelle u.a. der ersten “Siegfried”-Aufführung und die Original-Sitzgarnitur aus dem Kaisersalon, schilderte Kuratorin Therese Gassner. Die historischen Möbel wurden von Haustechnikern gefunden, als sie eine Möglichkeit für einen Kabelkanal suchten – nicht für eine Aufführung, sondern ausgerechnet für den Opernball.

Info: http://www.staatsoper.at

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Wien - 1. Bezirk
  • Staatsoper feiert 140 Jahre Haus am Ring
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen