Staatschef Napolitano: "Sofort neue Regierung, oder Neuwahlen"

Napolitano: "Keine Gefahr eines politischen Vakuums in Italien".
Napolitano: "Keine Gefahr eines politischen Vakuums in Italien". ©AP
Angesichts des zunehmenden Drucks der internationalen Finanzmärkte auf Italien hat der italienische Präsident Giorgio Napolitano versichert, dass es in Rom rasch zu einer neuen Regierung kommen werde.
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Ansonsten seien die Auflösung des Parlaments und vorgezogene Parlamentswahlen die einzige Lösung für die Krise. “Die Aussicht, dass es in Italien zu einem längeren politischen Vakuum kommen könnte, wegen dem das Land keine Notstandsmaßnahmen ergreifen kann, sind absolut haltlos”, hieß es in einer Presseaussendung des Staatschefs.

Berlusconis Rücktrittsabsicht sei unwiderruflich. Der Premier werde zurücktreten, sobald das Parlament das Reformenpaket mit Maßnahmen zur Wirtschaftsstabilisierung verabschieden wird, beteuerte Napolitano. Danach werde er eine Konsultationsrunde, um einen Ausweg aus der Krise zu finden, was in kurzer Zeit erfolgen werde.

Das politische Rom hat gestern einen neuen dramatischen Tag erlebt. Trotz der Rücktrittsankündigung von Ministerpräsidenten Berlusconi gerät Italien immer mehr ins Visier der internationalen Finanzmärkte. Die Renditen für die italienischen Schuldpapiere erreichten gestern einen neuen Rekordwert: Investoren verlangten beim Kauf der Anleihen zwischenzeitlich 7,47 Prozent Rendite. Es war das erste Mal seit Einführung des Euros, dass dieser Wert sieben Prozent überschritt. Die Aktienkurse an der Mailänder Börse stürzten am Nachmittag um 4,5 Prozent ab. (APA)

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