Spürnase für die Wiener Polizei

American Bloodhound "Debby" soll mit unglaublichem Geruchssinn auch im städtischen Bereich Vermisste aufspüren - "Meisterprüfung" bestanden.

Durch den jüngsten Vorfall im Pflegeheim Lainz hat ein Projekt der Diensthundeabteilung der Wiener Polizei neue Aktualität erlangt: „Debby“, ein American Bloodhound, soll Dank seines schier unglaublichen Geruchssinnes auch im städtischen Bereich vermisste Personen aufspüren. Zu welchen Leistungen diese Rasse fähig ist, das haben zwei Vierbeiner der Südtiroler Bergrettung am Mittwoch bei ihrer städtischen Meisterprüfung bewiesen.


Zehn Monate hat „Debby“ bereits auf dem faltigen Fell und sich mit ihrem Hundeführer Kontrollinspektor Manfred Zlabinger sowohl in der Ausbildung als auch bei den ersten Einsätzen bestens bewährt. Dass zwischen Stadt und Land ein himmelhoher Unterschied ist, das mussten nun die italienischen Nasen von „Dolly“ und „Mergenta“ bemerken. Doch nach einer viertägigen „Nachschulung“ in Wien fanden sich die beiden tierischen Südtirolerinnen auch auf ungewohntem Terrain bestens zurecht, so Harald Wieshofer, Leiter der Diensthundeabteilung, im APA-Gespräch.

Spuren verfolgen trotz Regen


Wieshofer hatte sich am Dienstagabend von der Votivkirche aufgemacht, um über die Uni durch (!) das Rathaus, über den Ring und via Burgtheater und Schottengasse bis zur Bundespolizeidirektion zu schlendern. Den beiden Hunden und ihre Führer aus dem Antholzertal hatten keine Probleme, am Mittwochvormittag der Spur zu folgen, obwohl seit den Morgenstunden heftiger Regen die Aufgabe nicht gerade leichter gemacht hatte.


Die beiden dreieinhalb Jahre alten Schwesterhündinnen hatten zuvor schon ihr Können unter Beweis gestellt: Die Putzfrau der Diensthundeabteilung war von ihrer Arbeitsstätte in Strebersdorf nach Hause nach Stammersdorf geradelt (!). Selbst diese sechs Kilometer lange Strecke wurde von den Tieren erschnüffelt – nachdem sie Witterung an einem Ehering und einem Zigarettenstummel aufgenommen hatten.

Große Hoffnungen in “Debby”


Entsprechend viele Hoffnungen setzt Wieshofer auch in „Debby“. Schließlich kommt es immer wieder vor, dass Bewohner von psychiatrischen Kliniken oder Altenheimen verschwinden und im Winter etwa in Gartensiedlungen erfrieren. Diese Vermissten könnten mit Hilfe des American Bloodhounds noch rechtzeitig gefunden werden.


Redaktion: Elisabeth Skoda

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