Sprachstörungen - früh erkennen und erfolgreich behandeln

In Vorarlbergs Pflichtschulen haben knapp 20 Prozent der Kinder irgendeine Sprachauffälligkeit, z.B. Störungen der Artikulation, der Wortschatzentwicklung, des Grammatikerwerbs oder des Redeflusses. "Zum größten Teil können solche Defizite behoben oder deutlich vermindert werden, wenn sie früh erkannt und behandelt werden. Unsere Sprachheillehrerinnen und -lehrer leisten hier eine ausgezeichnete Arbeit." Das sagte Schullandesrat Siegi Stemer heute, Freitag, anlässlich der Fachtagung "Sprache haben - sprechen können" in St. Arbogast, einer Fortbildungsveranstaltung der Landesgruppe der Sprachheillehrerinnen und -lehrer.

In Vorarlberg besteht schon seit rund 30 Jahren die ambulante Sprachheilbehandlung an Volks- und Sonderschulen. Insgesamt sind ca. 80 Sprachheillehrerinnen und -lehrer im Einsatz. An den sonderpädagogischen Zentren (SPZ) Rankweil, Götzis, Lustenau, Hohenems und Montafon/Vandans gibt es eigene Sprachheilklassen.

Die Sprachheillehrerinnen und -lehrer nehmen eine Fülle von Aufgaben wahr: Feststellung der Sprachauffälligkeit und deren Ursachen, Beratungsgespräche mit Eltern und Lehrpersonen, Erstellen eines individuellen Förderplanes, sprachheilpädagogische Arbeit (wenn möglich mit dem Kind und dessen Eltern), Koordination der Betreuung mit weiteren Fachdiensten (z.B. Logopädie, Zahnarzt, HNO-Arzt, Schulpsychologischer Dienst).

Ziel der Fachtagung “Sprache haben – sprechen können” ist es, die neuesten Erkenntnisse der wissenschaftlichen Sprachforschung in die tägliche Arbeit insbesondere der Sprachheillehrerinnen und -lehrer einzuflechten. LR Stemer: “Solche Fortbildungsveranstaltungen werden von der Landesregierung gerne unterstützt, denn sie sind ein wichtiger Beitrag, um die Angebote auf dem Gebiet der Sprachförderung laufend weiterzuentwickeln, und damit ein Beitrag zur Qualitätssicherung an unseren Schulen.”

Als hochkarätiger Referent der zweitägigen Fachtagung in St. Arbogast kam der aus Brasilien stammende Neurologe Professor Nelson Annunciato nach Vorarlberg. Er beschäftigte sich in seinem Beitrag mit der “Faszination Gehirn” und dessen fundamentaler Bedeutung für die Sprache: “Das faszinierende sensomotorische System kann Gedanken in Bewegungen umsetzen. Dank des sensomotorischen Systems können wir sprechen, kommunizieren, uns verständlich machen, auf-, ab-, umbauen, schreiben, diese Beschreibung lesen und die Welt in Bewegung setzen. Durch die faszinierende Funktion des sensorischen Systems werden wesentliche Informationen geliefert, die die motorischen Funktionen vereinfachen. Jeder Satz, jedes Wort oder Verhalten benötigt die koordinierte, variierte und integrierte Aktion der Muskeln.”

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OTS0236 2007-03-23/13:19

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