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Spitalspersonal: Wiener Gesundheitsverbund ortet nur "temporäre Lücken"

Der Wiener Gesundheitsverbundsieht nur "temporäre Lücken" bei dem Spitalspersonal.
Der Wiener Gesundheitsverbundsieht nur "temporäre Lücken" bei dem Spitalspersonal. ©APA/HELMUT FOHRINGER (Symbolbild)
Im vergangenen Jahr hat die Wiener Ärztekammer wiederholt die zu hohe Arbeitsbelastung der Spitalsärzte kritisiert.

Geht es nach dem für die städtischen Krankenhäuser zuständigen Wiener Gesundheitsverbund, ist man beim Personal allerdings grundsätzlich gut aufgestellt: Bei den Ärzten seien 93 Prozent der Stellen besetzt, "unser Thema im Unternehmen ist wirklich temporär", betonte Generaldirektorin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Probleme in bestimmten Mangelfächern wie der Anästhesie oder Pathologie

Probleme gebe es in bestimmten Mangelfächern wie der Anästhesie oder Pathologie und auch das etwa dann, wenn sich an einem Standort Pensionierungen und Abgänge häufen und Junge dann wegen der gestiegenen Anforderungen lieber andernorts arbeiten. Auch beim Pflegepersonal ist der Besetzungsgrad mit 92 Prozent laut Wigev hoch, schwierig sei es in einzelnen Bereichen wie der anspruchsvollen OP-Pflege. Über das gesamte Unternehmen gebe es eine Fluktuation von fünf bis sieben Prozent, im AKH seien derzeit zehn Prozent der Betten wegen Personalmangels gesperrt.

Bei Engpässen versuche der Wigev jeweils mit ganz spezifischen Maßnahmen gegenzusteuern, so Kölldorfer-Leitgeb. So wurde etwa im OP-Bereich das neue Berufsbild der Operationstechnischen Assistenz eingeführt, das die OP-Pflege ergänzen soll. Die Unfallchirurgie, wo es derzeit viel Fluktuation gebe, versuche man wiederum zu entlasten, indem Übergangspflege von der Akutgeriatrie übernommen wird. In der Pathologie setzt man auf Digitalisierung, indem über die Häuser hinweg Befunde begutachtet werden. Ein Generalrezept gebe es nicht, betonte die Generaldirektorin.

Patientenfrequenz wieder fast auf Niveau vor der Coronapandemie

Um den Personalbedarf künftig trotz der Pensionierungswelle zu decken - bis 2030 gehen 23 Prozent der Ärzte und 18 Prozent der Pflegekräfte des Wigev in den Ruhestand, dazu kommt noch die übliche Personalfluktuation - setz der Wigev laut Kölldorfer-Leitgeb auf "attraktive Arbeitsbedingungen". Um Personal zu halten wurden außerdem etwa flexible Arbeitsmodelle, Sonn- und Feiertagszulagen und Einspring-Prämien für kurzfristige Zusatzdienste eingeführt. Man habe auch das administrative Personal aufgestockt, um die medizinischen Mitarbeiter zu entlasten. Außerdem wurden die Ausbildungsplätze sowohl für Ärzte als auch im Pflegebereich in den Häusern deutlich ausgebaut.

Bei der Patientenfrequenz ist man in den öffentlichen Wiener Spitälern unterdessen wieder fast auf dem Niveau vor der Coronapandemie angekommen, berichtete der Medizinische Direktor des Wigev, Michael Binder. Bei den ambulanten Patientenkontakten gab es 2023 im Vergleich zum Jahr davor ein Plus von 4,2 Prozent auf 4,9 Millionen, bei den stationär Behandelten gab es eine Zunahme von 3,3 Prozent auf über 235.500. Die Zahl der OPs stieg im Jahresvergleich von 130.500 auf 134.500. Die "substanziellen Einschränkungen" der Pandemiezeit habe man nun "mit Sicherheit überwunden".

"Voll im Plan" sieht man sich unterdessen beim Modernisierungsprogramm des Wigev. Bis 2030 sollen 4,5 Mrd. Euro in Neubauten, Umbauten und Sanierungen fließen, allein im Vorjahr wurden knapp 390 Mio. Euro verbaut.

(APA/Red)

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