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Spionage-Drehscheibe Wien

Aufgedeckt: Wie u.a. in Wien Spione angeworben und mit Aufträgen versorgt wurden. Jetzt ist man einem norwegischen Journalisten auf der Spur.

Der norwegische Journalist Stein Viksveen (60), der jetzt angeklagt wird, für im Zeitraum 1962-1989 für die DDR spioniert zu haben, soll in den 70er Jahren in Linz geheime NATO-Dokumente an Stasi-Agenten übergeben haben. In der oberösterreichischen Landeshauptstadt soll Viksveen 1976 oder 1978 den kürzlich verstorbenen Leiter der Stasi-Abteilung XII, Klaus Rössler, getroffen haben. Dies habe Rössler nach dem Fall der Berliner Mauer selbst gegenüber der westdeutschen Polizei angegeben, berichtete die norwegische Zeitung “Dagbladet”.

Laut der Zeitung habe Rössler oft in Linz, Wien und Zürich seine ausländischen Kontaktpersonen und Agenten getroffen. Die norwegische Staatspolizei (POT) soll Viksveen auch mit der Aussage konfrontiert haben, dass ein Ostdeutscher namens Busch ihn als Spion angegeben habe. POT wirft dem Journalisten unter anderem vor, einen zwölf Seiten langen NATO-Bericht mit an die Stasi übermittelt haben. Der Bericht, der als “Cosmic Top Secret” eingestuft war, wurde am 23. Februar 1978 im Stasi-Hauptquartier archiviert. Darin finden sich etwa eine Übersicht über Truppen, Waffentypen und Strategien der NATO und des Warschauer Paktes in Europa.

Nach Ansicht der morwegischen Staatspolizei fing Viksveen 1962/63 an, als Agent zu arbeiten. Die große Frage ist jetzt, ob Viksveen der norwegische Stasi-Agent “Lanze” ist, der nach dem Zusammenbruch der DDR im Gauck-Archiv auftauchte. Es soll darin etwa 400 Seiten Berichte und Dokumentation über diesen Agenten geben.

Viksveen lebt zur Zeit in Brüssel, ist aber seit vielen Jahren als außenpolitischer Korrespondent für mehrere norwegische Zeitungen tätig und sagt: “Ich war noch nie in Linz, und bin nicht einmal durch diese Stadt durchgefahren.” [24.1.2000]

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