Spendenstreit um Rathaus-Adventskalender

Advent - im Moment wegen Geld mit etwas weniger Zauber als sonst.
Advent - im Moment wegen Geld mit etwas weniger Zauber als sonst. ©Schaub-Walzer / PID
Er ist schon fast ein Wahrzeichen am berühmtesten Christkindlmarkt der Stadt: Der Kunst-Adventskalender am Rathaus. Doch seit zwei Jahren bleiben die Türchen zu. 

Konkret gibt es einen Rechtsstreit zwischen dem Verein Licht ins Dunkel – zu dessen Gunsten die Erlöse gehen – und der Veranstalterfirma Asset Networks. Die habe einen sechsstelligen Betrag nicht überwiesen, so Medienberichte. Asset Networks verneint das vorhersehbarer Weise. Wer Recht hat, das müssen jetzt die Gerichte entscheiden und nehmen sich dafür schon den zweiten Advent lang Zeit. 

Türchen bleiben während Verfahren zu

Die Leidtragenden sind vor allem die Besucher am Christkindlmarkt vor dem Rathaus. “Denn”, so Geschäftsführerin Barbara Forsthuber von Wien Marketing, die das Rathaus für Events ‘vergeben’ kann, “Solange der Rechtsstreit läuft, können wir das Rathaus nicht zur Verfügung stellen. Mir persönlich tut das sehr leid, da ich die Idee für sehr gut halte und Licht ins Dunkel persönlich gerne unterstütze.” Touristische Einbußen seien nicht zu erwarten, der Adventskalender habe aber den den Christkindlmarkt perfekt abgerundet. 

Der Event findet übrigens heuer trotzdem statt: Wie schon 2010 an der Fassade des Café Landtmann. Im Vorjahr wurde mit der Aktion die Initiative für Lungenhochdruck unterstützt, heuer ist es der Wiener Tierschutzverein.

Auch der ORF ist nur Promoter

Trotz der optischen Untrennbarkeit von ORF und Licht ins Dunkel sind die beiden organisatorisch keine Einheit. Bei Licht ins Dunkel handelt es sich um einen selbstständigen Verein, der nicht gewinnorientiert arbeiten darf. Und vor allem bei Spendengeldern ist für Vereine eine strenge Sorgfaltspflicht gegeben. Asset Networks wird als Veranstalter der Aktion wie ein Spender behandelt und die lukrierten Gelder als Spenden. 

Licht ins Dunkel: Auskunft nur per Anwalt

Bei einer Anfrage an Licht ins Dunkel erhält man – unter Hinweis auf das laufende Verfahren – einen prominenten Ansprechpartner: Anwalt Manfred Ainedter, bekannt aus TV, Radio und diversen Grasser-Verfahren. Ainedter in seiner unvergleichlich polternden Art: “Der Prozessgegner bestreitet nicht, dass dass er keine Zahlungen geleistet hat. Er bestreitet die Rechtmäßigkeit des Vertrages, der ihn verpflichtet, jede Jahr mindestens 100.000 Euro an Licht ins Dunkel zu spenden. Dieser Verpflichtung, die sich aus einem glasklaren Vertrag ergibt, ist Asset Management nicht nachgekommen – wir gehen davon aus, dass die das Geld einfach nicht haben. Generell ist es so, dass Spenden natürlich nicht einklagbar sind, aber ein Vertrag sehr wohl. Und darum geht es in diesem Verfahren.”

Wie wird das Verfahren ausgehen? Schwer zu sagen. Es bleibt zu hoffen, dass die Lichter vom Adventskalender im nächsten Winter wieder den Christkindlmarkt verschönern…

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Spendenstreit um Rathaus-Adventskalender
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen