SPD: Ruf nach Öffnung zur Linkspartei wird lauter

Sigmar Gabriel könnte Schwenk anführen
Sigmar Gabriel könnte Schwenk anführen ©APA (epa)
Neben der personellen Neuordnung beschäftigt die deutschen Sozialdemokraten nach der verlustreichen Bundestagswahl auch der weitere Umgang mit der Linkspartei. Der Ruf nach einer Öffnung wurde lauter. Der scheidende Arbeitsminister Olaf Scholz sagte dem "Hamburger Abendblatt": Koalitionen mit den Parteien, die im Deutschen Bundestag sitzen, seien "nicht prinzipiell ausgeschlossen".

Wir sollten uns nicht darauf konzentrieren, uns von anderen abzugrenzen und mitzuteilen: Mit denen geht es nicht, sagte der zukünftige SPD-Chef von Hamburg. Wir sollten uns auf das konzentrieren, was wir politisch wollen.” Neben Scholz setzte sich auch der Sprecher der SPD-Linken, Björn Böhning, für eine Annäherung an die Linken ein. “Wenn die Linkspartei sich entwickelt, sich von ihren außenpolitischen Illusionen verabschiedet, dann werden wir auch die Möglichkeit haben, auf Bundesebene zu kooperieren”, sagte er im ARD-Morgenmagazin. Der schleswig-holsteinische SPD-Chef Ralf Stegner erklärte im SWR, die Gerechtigkeitsfragen müssten neu beantwortet werden, dies dürfe nicht nur der Linkspartei überlassen werden.

Unterdessen gingen auch die Sondierungsgespräche in den Bundesländern Saarland und Thüringen weiter, wo nach den Landtagswahlen rot-rot-grüne Bündnisse möglich sind.

Die SPD hatte am Dienstag beschlossen, nach der historischen Wahlniederlage ihre komplette Führungsspitze zu wechseln. Die Fraktion wählte den gescheiterten Kanzlerkandidaten Steinmeier zu ihrem neuen Vorsitzenden. Immer mehr Sozialdemokraten plädieren für den scheidenden deutschen Umweltminister Sigmar Gabriel als neuen SPD-Chef. Sowohl aus dem linken wie aus dem rechten Parteiflügel wurde Unterstützung für Gabriel signalisiert. Auch aus mehreren SPD-Landesverbänden kommt Unterstützung für Gabriel.

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