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Spanien und EU fordern Marokkos Rückzug

Marokko hat mit der Besetzung einer spanischen Felseninsel vor seiner Küste einen diplomatischen Konflikt mit Spanien heraufbeschworen.

Die spanische Regierung sprach am Freitag von einem „Akt der Feindseligkeit“. Auch ein Sprecher der Europäischen Union bezeichnete den Vorfall als ernst und als eindeutige Verletzung des spanischen Territoriums. Rund ein Dutzend marokkanische Soldaten waren am Donnerstag auf der kleinen, unbewohnten Insel Perejil gelandet und hatten dort die Flagge ihres Landes gehisst.

Der stellvertretende spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy, sagte, die Besetzung sei unverständlich. Marokko solle in Betracht ziehen, dass das Land der größte Nutznießer spanischer Entwicklungshilfe sei und auch ein wichtiger Handelspartner. EU-Sprecher Gunnar Wiegand kritisierte das marokkanische Vorgehen, betonte aber zugleich, zum gegenwärtigen Zeitpunkt handle es sich um eine Angelegenheit zwischen Spanien und Marokko.

Spanien sandte noch am Donnerstagabend eine Protestnote an die marokkanische Botschaft in Madrid und forderte den Rückzug der Soldaten und die Einhaltung eines bilateralen Freundschaftsabkommens aus dem Jahr 1991. Die marokkanische Regierung schien darauf zunächst nicht zu reagieren. „Wir haben noch keine Antwort, und die Soldaten sind immer noch da“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Freitag der Nachrichtenagentur AP. Das Verhältnis zwischen Spanien und Marokko ist seit Monaten gespannt, nachdem Marokko im Oktober überraschend seinen Botschafter aus Madrid abberufen hatte, ohne einen offiziellen Grund dafür anzugeben.

Die Insel Perejil, die in Marokko Leila heißt, gehört seit 1668 zu Spanien und liegt rund sechs Kilometer von Ceuta entfernt, einer von zwei spanischen Exklaven in Nordmarokko. Sie hat einen Durchmesser von nur einem Kilometer. Die marokkanischen Soldaten stellten am Donnerstag zwei Zelte auf der Insel auf und ignorierten die Aufforderung eines spanischen Patrouillenbootes zum Rückzug.

Laut Medienberichten erklärte das marokkanische Außenministeriums, auf Perejil sei ein Überwachungsposten eingerichtet worden, um besser gegen mutmaßliche Terroristen und Menschenschmuggler vorgehen zu können. Die Insel liege in marokkanischen Hoheitsgewässern. Spanien räumte ein, dass der Felsen, obgleich seit langem unter spanischer Kontrolle, nicht offiziell als spanisches Territorium registriert sei. „Es gibt in dieser Hinsicht eine gewisse Unbestimmtheit“, sagte Rajoy. Marokko habe dies bewusst in Betracht gezogen.

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