SPÖ-Frauen: Ein Fest für Gusenbauer

K. Resetarits & A. Gusenbauer &copy APA
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Bei einem Fest für ihren Spitzenkandidaten Alfred Gusenbauer zeigten sich die SPÖ-Frauen optimistisch, zwecks Wahlbündnis hatte auch die Liberale Karin Resetarits den Weg auf das Diskussionspodium gefunden.

„Frauen.Stimmen.Rot“ lautete die Richtung Sonntagabend im Wiener Volksgarten. Mittelpunkt des Abends war aber der jüngste Sager von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V), an den – in abgewandelter Form – Ex-Frauenministerin Johanna Dohnal erinnerte: „Die Emanzen werden tanzen“, prophezeite sie für den Wahlsonntag.

„Ich habe den Eindruck, dass sich die Stimmung bessert“, verstreute dann auch „Stargast“ Gusenbauer Optimismus unter den laut Veranstalterangaben rund 350 anwesenden Gästen – und nicht nur Frauen waren gekommen. Der SPÖ-Chef vergleich sich selbst und die Situation seiner Partei nach dem Aufkommen des BAWAG-Skandals mit Sisyphos, „kaum ist man oben, kullert wieder der Stein nach unten“. Neben antiken Vergleichen gab es aber auch Kritik an der gegenwärtigen Regierung, insbesondere Schüssel: „Es gehört schon Chuzpe oder Realitätsverweigerung dazu, all die Probleme nicht zu sehen.“

Diese waren zuvor bei einer Podiumsdiskussion angesprochen worden. Die geladene Resetarits – Mutter von vier Kindern – kam sogleich auf ihre Vergangenheit als ORF-Mitarbeiterin und ein Gespräch mit Noch-Generaldirektorin Monika Lindner zu sprechen. „Unter mir werden Sie sicher nichts“, soll diese gesagt haben, als sich Resetarits nach ihren Zukunftsperspektiven erkundigt hatte. Den Neuanfang in der Politik habe sie dann nicht bereut, „ich beginne wieder von vorne, egal wie alt ich bin“, habe sie sich damals gesagt. Was der große Unterschied zwischen Vereinbarkeit von Beruf und Familie etwa zwischen Frankreich und Österreich sei? „Wir bekommen permanent ein schlechtes Gewissen.“

„Gebärerin, Familienerzieherin und Betreuerin“, fasste Dohnal das Frauenbild der ÖVP zusammen, und weiter: „Da kann’s einen ja nur grausen.“ Sie erinnerte sich an die Zeit vor Schüssel als Kanzler, damals habe es noch Frauenpolitik “über die Parteigrenzen hinweg“ gegeben, was sich danach geändert habe: „Das ist natürlich mit einem Schlag aus.“ Und in Richtung SPÖ-Spitzenkandidaten: „Ich bin der festen Überzeugung, dass Alfred Gusenbauer Bundeskanzler werden muss.“ Diesem brauche man „das ABC der Frauenpolitik nicht buchstabieren“.

Claudia Schmied, Vorstandsmitglied der Kommunalkredit Austria, übte bei der Diskussion Kritik am Leiter der SPÖ-Werbekampagne, Luigi Schober, „Es ist unerträglich, dass ein Vertreter einer Werbeagentur, der aus Parteigeldern gezahlt wird, das Wort Napalm, ungestraft verwendet.“

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