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Sozialwirtschaft: Letzte Streiks vor Verhandlungsrunde

Weiterhin wird eine 35-Stunden-Woche gefordert.
Weiterhin wird eine 35-Stunden-Woche gefordert. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Am Donnerstag werden die Warnstreiks in der Sozialwirtschaft fortgesetzt. Rund 270 Betriebe haben sich in den vergangenen drei Tagen an den Streiks beteiligt.

Die Warnstreiks wegen der unterbrochenen KV-Verhandlungen in der Sozialwirtschaft sind am Donnerstag fortgesetzt worden. Insgesamt beteiligten sich binnen der vergangenen drei Tage 270 Betriebe an der Arbeitsniederlegung, teilte die Gewerkschaft mit. Wirbel gab es um die Volkshilfe Salzburg, deren Geschäftsführer Streikenden eine Lohnkürzung in Aussicht stellte. Verhandelt wird am Montag wieder.

270 Betriebe bei Warnstreiks beteiligt

Die Gewerkschaften GPA-djp und vida haben mit den Warnstreiks ihre Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich unterstrichen. Streikziel war eine Wiederaufnahme der am Montag unterbrochenen Verhandlungen über einen Kollektivvertrag in der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ). Am Mittwoch hatten sich mehr als 1.000 Menschen an einer Streikversammlung vor dem Sozialministerium beteiligt, im ganzen Land legten Menschen im Sozialbereich ihre Arbeit nieder - ohne Betreuungspersonen zu schaden. Am Donnerstag fiel der Protest kleiner aus, eine kleinere Anzahl in einigen Betrieben streikte.

Streikenden wurde Lohnkürzung in Aussicht gestellt

In Salzburg herrschte dennoch Aufregung wegen einer Streikbeteiligung von Mitarbeitern der Volkshilfe. Geschäftsführer Bernhard Behr von der Volkshilfe Salzburg soll seine fast 600 Mitarbeiter per Brief gebeten haben, auf eine Teilnahme am Warnstreik zu verzichten. Das berichtete der ORF online. Ein Streik würde "einen immensen organisatorischen Aufwand" nach sich ziehen, schrieb der Manager dem Bericht zufolge. Laut dem Schreiben ging Behr davon aus, dass mehr als die Hälfte der Belegschaft nicht streiken würde. Falls doch, werde den Mitarbeitern die nicht geleistete Arbeitszeit vom Lohn abgezogen, lautete die Drohung.

Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger versuchte die Wogen zu glätten. "Laut meiner Information hat die Landesorganisation in Salzburg in Gesprächen eine gute gemeinsame Lösung mit den MitarbeiterInnen gefunden", teilte er in einer kurzen Stellungnahme mit. Er verwies auf den Einsatz der Volkshilfe dafür, dass die Arbeitsbedingungen im Gesundheits- und Pflegebereich verbessert werden müssten. "Eine Arbeitszeitverkürzung, die finanzierbar und schrittweise gemacht werden muss, kann ein guter Weg in Richtung Attraktivierung sein", spielte er auf die von der Gewerkschaft geforderte 35-Stunden-Woche an.

Seitens der Gewerkschaften hieß es am Donnerstag, dass jedes betroffene ÖGB-Mitglied Streikunterstützung bekommen würde. Zu diesem Zweck gebe es etwa den sogenannten Streikfonds, der die Beschäftigten für entgangenen Lohn entschädigt - je nach Länge der Mitgliedschaft.

Einführung einer 35-Stunden-Woche weiter gefordert

Die Arbeitgeber zeigten sich am Donnerstag vor allem froh darüber, dass die Warnstreiks der Beschäftigten bisher kaum oder nur geringe Auswirkungen auf die in den Organisationen betreuten Menschen hatten. "Wir erkennen das deutliche Bemühen der Gewerkschaft an und appellieren, dass auch weiterhin verantwortungsvoll mit dem Streikrecht umgegangen wird", teilte Walter Marschitz, Verhandlungsführer der in der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ), per Aussendung mit.

Am Montagnachmittag treffen einander Arbeitgeber und Arbeitnehmer wieder am Verhandlungstisch. Die Gewerkschaft bleibt bei ihrer einzigen Forderung, nämlich der Einführung einer 35-Stunden-Woche. Die Arbeitgeber bezeichneten dieses Anliegen bisher als nicht machbar und befürchten eine Verschärfung des Personalmangels im Pflegebereich. Für den Fall, das es am Montag in der sechsten Verhandlungsrunde erneut zu keiner Einigung kommen sollte, stellten die Arbeitnehmer bereits weitere Streiks in Aussicht.

(APA/Red)

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