Sozialpartner in Wien für verpflichtende Berufsorientierung an allen Schulen

Die Wiener Sozialpartner lassen mit einer Foderung aufhorchen
Die Wiener Sozialpartner lassen mit einer Foderung aufhorchen ©APA (Sujet)
Die Chefs der Wiener Arbeiter- und Wirtschaftskammer, Rudolf Kaske und Walter Ruck, forderten am Freitag eine verpflichtende Berufsorientierung an allen Schulen in Wien.

Dazu sollen nicht nur verpflichtende Übungen in der Unter- und Oberstufe des Gymnasiums implementiert werden, sondern auch Lehrer müssen im Zuge ihres Studiums Praktika in Betrieben sammeln, so die Sozialpartner.

Sozialpartner in Wien wollen Berufsorientierung an Schulen

“Uns ist es wichtig, dass alle Jugendlichen die Chance haben, etwas zu lernen, was ihnen Spaß macht und ihren Talenten entspricht. Sie brauchen bei der Entscheidung über ihren weiteren Bildungsweg aber Unterstützung”, meinte Kaske bei der gemeinsamen Pressekonferenz. Das funktioniere am besten, wenn es dafür eigene Fächer oder Module an den Schulen gebe, zeigte er sich überzeugt.

Abgesehen vom Polytechnikum gebe es derlei derzeit nur an den Neuen Mittelschulen (NMS), aber nicht an den Gymnasien. “Aber knapp die Hälfte der Mittelschüler besuchen eine AHS”, rechnete Kaske vor. Insofern müsse es für alle Schüler in der 9. Schulstufe verpflichtend Angebote für die Berufs- und Bildungswegorientierung geben – nicht zuletzt auch deshalb, um jene zu “erwischen”, die später eventuell als Schulabbrecher vorzeitig die AHS, HAK oder HTL verlassen.

Lehrer sollen mehr Ahnung vom Betriebs- und Wirtschaftsleben haben

Zusätzlich wollen die Sozialpartner, dass die Lehrer an Schulen mehr Ahnung vom Betriebs- und Wirtschaftsleben haben. Lehramtsstudierende sollten deshalb verpflichtende Praktika in Betrieben absolvieren müssen, meinte Wiens Wirtschaftskammerpräsident Ruck. Im Werkunterricht sollten außerdem “Quereinsteiger” als Lehrer zum Zug kommen, um den Jugendlichen aufgrund ihrer Berufserfahrungen den Umgang mit diversen Materialien wie Holz oder Metall besser vermitteln zu können.

Ob sie Chancen sehen, dass ihre Forderungen von der schwarz-blauen Regierung gehört werden, wollten die beiden Herren nicht direkt beantworten. Was bisher in Sachen Regierungsverhandlungen bekannt ist, seien ja nicht viel mehr als “etwas konkretere Überschriften”, so Kaske und Ruck unisono. Dass der Ausbau der Ganztagsschule, die Bildungs- statt Schulpflicht und die bessere Verankerung von Wirtschaft in den Lehrplänen aber kommen soll, werteten sie als positiv.

(APA/Red.)

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