Sopranistin Sumi Jo live am "Life+ Celebration Concert"

Sumi Jo singt live in Wien.
Sumi Jo singt live in Wien. ©Omar Vega/Invision/AP
Die südkoreanische Sopranistin Sumi Jo ist eine der international bekanntesten Protagonistinnen beim diesjährigen "Life+ Celebration Concert" im Burgtheater.

Die Veranstaltung am 6. Juni im Burgtheater holt Stars wie die Sopranistin und Grammy-Preisträgerin Sumi Jo aus Südkorea nach Wien. Der Reinerlös geht an nationale und internationale HIV/Aids-Hilfsprojekte.

Neben klassischen Musikstücken, interpretiert durch Opern- und Musikgrößen, sollen ausgewählte Lesungen namhafter Schauspieler das Programm ergänzen. Ihre Stimme gegen Aids werden neben Sumi Jo u.a. Kammersänger Rene Pape und das musikalische Wunderkind Alma Deutscher erheben, die mit nur elf Jahren die jüngste Künstlerin an diesem Abend ist. Den literarischen Part übernehmen u.a. Sunnyi Melles und Karl Markovics.

Sumi Jo als Star beim Konzert

Die 54-jährige Grammy-Preisträgerin erläuterte im Interview vor dem Rummel rund um den Wiener Life Ball, wie ihr Karrierebeginn in den 80er-Jahren maßgeblich von Herbert von Karajan geprägt wurde und, dass sie ein Porträt des Stardirigenten im Kinderzimmer hängen hatte.

Sogar gegrüßt habe sie das Bildnis ihrer Inspirationsquelle, das erste persönliche Treffen sollte ihr Leben dann komplett verändern: “Ich hatte die Chance bekommen, Karajan im Rahmen einer Audition persönlich kennenzulernen. Nach dem Vorsingen schlug er mir vor, Verdis ‘Un Ballo in Maschera’ mit der Deutschen Grammophon aufzunehmen und an den Salzburger Festspielen teilzunehmen”, erinnerte sich Jo. Die Aufnahme mit Placido Domingo in der Hauptrolle sollte Karajans letztes Album werden, Sir Georg Solti übernahm die Leitung nach dem Tod des Dirigenten im Jahr 1989 – ein Woche vor der Premiere.

Sumi Jo: Beginn einer Karriere

Dass eine Rolle in einem Verdi-Stück den Beginn ihrer Karriere einleiten sollte, ist kein Zufall. “Als ich ein Kind war, hatte meine Mutter oft italienische Opern gehört. Deshalb wollte ich nach Italien gehen und dort den ‘echten’ Bel Canto singen.” Ihr Europadebüt gab sie so 1986 mit 23 Jahren in Triest, wo sie die Gilda aus Giuseppe Verdis “Rigoletto” sang . Inzwischen hat Jo in so gut wie allen internationalen Opernhäusern weltweit gastiert, “trotzdem ist meine Lieblingsrolle immer noch Gilda, die mich auf Bühnen in Europa und in den USA gebracht hat.”

Als zweite Vorliebe nannte Jo das deutsche Repertoire der Klassik, insbesondere zwei Komponisten der Romantik, Franz Schubert und Robert Schumann, haben es ihr angetan, nicht zuletzt weil sie deren Stücke bereits in der Jugend spielen lernte. Ihre musikalische Ausbildung umfasste neben Gesang nämlich auch Klavier, beides Zweige schloss sie mit 18 Jahren an der Sunhwa Arts School in Seoul per Diplom ab.

Gefeierte Sopranistin kommt nach Wien

Gegenwärtig erreichte die Südkoreanerin aber zuletzt mit einem zeitgenössischen Werk des US-Komponisten David Lang namens “Simple Song #3” für den Film “Ewige Jugend (Youth)” (2015) von Paolo Sorrentino einen großen Erfolg. Das Stück wurde 2016 unter anderem für den Golden Globe und für den Oscar nominiert und wird auch im Burgtheater zu hören sein. Dort mit Unterstützung des Tonkünstler-Orchesters unter der Leitung von Alfred Eschwe.

“Neben Regisseur Sorrentino haben schon viele andere meine Stimme in ihren Filmen oder für den Soundtrack benutzt”, sagte die Sopranistin. So lieh sie etwa in der HBO-Kurzserie “Mildred Pierce” der Tochter des von Kate Winslet dargestellten Hauptcharakters die Singstimme. Für die Sängerin ist das eine der Möglichkeiten, klassische Musik einer breiteren Zuhörerschaft schmackhaft zu machen: “Ich versuche immer wieder, anderen den Zugang zu dieser Musik erleichtern”, das geschehe in Form von Crossover-Alben oder auch durch Konzerte, die speziell für jüngere Hörer konzipiert wurden.

(Andreas Westphal/APA)

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