Song Contest: Aserbaidschan vorne, Österreich hinten

Mit hohen Erwartungen war Nadine Beiler beim Song Contest angetreten - und die wurden einmal mehr enttäuscht. Österreich belegte letztlich nur den 18. Rang. Sieger wurden Ell und Nikki aus Aserbaidschan.

24 Konkurrenten und -innen hatte Nadine Beiler beim Eurovision Song Contest 2001 (ESC). Um es kurz zu machen: die meisten davon waren übermächtig, auch wenn man sich zur Abwechslung mal nicht durch und durch dafür genieren musste, einen heimischen Kandidaten zum ESC geschickt zu haben. Denn im Finale der wohl eigenartigsten Gesangsshow der Welt bestätigte Nadine trotz deutlich mehr Nervosität als zwei Tage zuvor im Großen und Ganzen das, was sie im Semifinale bereits gezeigt hatte: eine gute Stimme und in Summe eine Performance auf hohem Niveau.

Und dennoch: schon früh während des mit Spannung erwarteten Votings war klar, dass der zweite österreichische Sieg Österreichs beim ESC nach jenem von Udo Jürgens im Jahr 1966 mit “Merci Chérie” weiterhin ein frommer Wunsch bleibt.

12 Punkte von Deutschland

Denn die wirklich relevanten Punkte erhielten (wie immer) andere Länder; 17 davon lagen daher im Endeffekt auch vor Frau Beiler, allen voran das Duo Ell und Nikki aus Aserbaidschan (sieh Foto, zum Vergrößern anklicken) als strahlende Sieger. Ihr Song “Running Scared” bekam insgesamt 221 Punkte. Österreich musste sich mit 64 Zählern begnügen, wobei das Highlight wohl die 12 Punkte unserer Lieblingsnachbarn aus Deutschland waren.

Doch auch die erlebten eine Enttäuschung: Lenas “Taken By A Stranger” belegte mit 107 Punkten (10 davon aus Österreich) nur Platz 10. Andere Favoriten mussten gar eine vernichtende Niederlage hinnehmen. So wurde Kati Wolf aus Ungarn mit “What About My Dreams” lediglich 22., “I Can” der britischen Boyband Blue kam mit Rang 11 ebenfalls nicht in die Top Ten. Die positive Überrschung war Italien: Beim ersten ESC-Antritt seit 1997 erreichte Raphael Gualazzi mit “Follia d’amore” den zweiten Platz.

Nicht enttäuscht?!

Was allerdings heuer auffiel, war die gleichmäßige(ere) Verteilung der Punkte der 43 mitwählenden Länder, die auch für ein wenig mehr Spannung als in den Vorjahren sorgte. So trennten am Ende zudem nur 50 Zähler den zehnten und den 21. Platz (Finnland). Ob es daran lag, dass Nadine und ihr Team von dem mäßigen Abschneiden nicht entäuscht waren oder an der typisch österreichischen Tugend, sich bei Wettkämpfen mit dem Mittelmaß zufrieden zu geben, bleibt offen. Die heimische ESC-Teilnehmerin erklärte jedenfalls nach der Show: “Unser größtes Ziel, das Finale zu erreichen, haben wir geschafft. Dass wir schlussendlich nicht unter die Top Ten gekommen sind, ist schade. Aber als ich 12 Punkte aus Deutschland, dem wichtigsten Musikmarkt Europas, bekommen habe, habe ich mich wahnsinnig gefreut”.

Das heimische Motto, “den Schas zu gewinne”, gelang also nicht, dennoch ist die Chance groß, dass “wir” auch 2012 in Aserbaidschan mit von der Song-Contest-Partie sein werden. Wir freuen uns schon jetzt wahnsinnig.

(seitenblicke.at/Foto: ORF)

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