Sondersitzung zu Pflegemissständen in Lainz

Symbolfoto &copy apa
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Der U-Ausschuss beschäftigte sich mit dem Tod eines abgängigen Patienten Anfang Juni - der Mann war am Dachboden tot aufgefunden worden - "herausfinden, ob Fehler gemacht wurden".

Eine Sondersitzung des Wiener U-Ausschusses zu den Pflegemissständen im Geriatriezentrum am Wiener Wald (GZW) in Lainz hat sich am Donnerstag mit dem Tod eines Abgängigen Patienten befasst. Die ärztliche Direktorin des GZW, Angelika Rosenberger-Spitzy, erklärte dazu, dass der Fall „zu Denken“ gebe:
„Das ist furchtbar und tragisch und nicht entschuldbar.“


Der 61-jährige Hermann M. war am 1. Juni am Dachboden eines Pavillons tot aufgefunden worden. Offenbar war der psychisch Verwirrte eingeschlossen worden.

Mann war falsch untergebracht


Die Unterbringung des Mannes im GZW sei nicht mehr zeitgemäß, räumte sie ein. Er sei 1985 wegen seiner chronischen psychischen Krankheit in Lainz eingewiesen worden. Heute würde in so einem Fall sicher anders entschieden, sagte Rosenberger-Spitzy: „Er würde in eine betreute Wohngemeinschaft kommen oder in eine andere Institution.“


Wie der tragische Tod des Mannes möglich gewesen sei, könne sie sich nicht erklären, so Rosenberger-Spitzy. Derzeit befasse sich die Interne Revision des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) damit. „Es wird sich herausstellen, ob Fehler gemacht wurden“, sagte sie.


Dass nicht unmittelbar nach dem Verschwinden des 61-Jährigen die Suchaktion eingeleitet wurde, begründete die ärztliche Direktorin damit, dass keine Gefahr im Verzug gewesen sei. Der Mann sei weder in einem kritischen Gesundheitszustand gewesen, noch hätten Minusgrade geherrscht. Gegen Vormittag sei seine Abgängigkeit bemerkt worden, um 16.00 Uhr habe man schließlich begonnen, nach ihm zu suchen, schilderte Rosenberger-Spitzy. Gegen 22.00 Uhr sei schließlich eine Anzeige bei der Polizei erstattet worden.

Geriatriezentrum als “Auffangbecken”


Im Zuge der Befragung setzte auch eine Diskussion darüber ein, warum auch vergleichsweise junge Patienten in das als Geriatriezentrum ausgewiesene Krankenhaus übernommen würden. Die Grün-Gemeinderätin Sigrid Pilz sprach von einem „Auffangbecken“ und berichtete von einem 74-Jährigen, der seit 40 Jahren wegen Asthmas im GZW wohne. Rosenberger-Spitzy erklärte, dass das Geriatriezentrum gemäß dem Sozialhilfegesetz alle Menschen aufnehmen müsse, die eine soziale Indikation hätten. In weiterer Folge werde jedoch versucht, adäquatere Unterbringungen zu finden. Für psychisch kranke Patienten sei zudem im Haus eine gerontopsychiatrische Abteilung gebildet worden, die allerdings erst im Aufbau begriffen sei. Auch M. sei dort in Behandlung gewesen.


Als weitere Zeugen waren am Donnerstag der Psychiater und Chefarzt des Kuratoriums für Psychosoziale Dienste in Wien, Stephan Rudas und der zuständige Direktor im KAV, Ludwig Kaspar vorgesehen. Pflegedirektorin Renate Keihsler erschien aus gesundheitlichen Gründen nicht.


Redaktion: Elisabeth Skoda

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