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Sommer, Sonne und Gefahr: Bei Hitze ist erhöhte Vorsicht gefragt

Die Hitze wird beim Autofahren oft unterschätzt - und damit zur Gefahr.
Die Hitze wird beim Autofahren oft unterschätzt - und damit zur Gefahr. ©ARBÖ
In den nächsten Tagen werden die Temperaturen auf bis zu 30 Grad Celsius und darüber steigen. Die dabei entstehende Hitze im Auto wird oftmals unterschätzt.

Bei Temperaturen ab 25 Grad kann sich der Innenraum eines in der Sonne geparkten Autos in nur 45 Minuten auf mehr als 50 Grad aufheizen. Für Kinder oder Haustiere können solche Temperaturen bereits nach zehn Minuten lebensbedrohlich sein.

Unterschätzte Gefahr: Autos erhitzen sich sehr schnell

Pro Minute kann sich die Innentemperatur eines Autos um ein Grad Celsius erhöhen. Hier hilft es auch nicht, die Seitenscheiben des Autos einen Spalt offen zu lassen, da die Luft nicht ausreichend zirkulieren kann. Auch ein Parkplatz im Schatten kann die Überhitzung nicht verhindern, da die Sonne wandert. Die Gefahr hierbei wird immer massiv unterschätzt. Insbesondere dann, wenn ein Kind am Rücksitz schläft und Eltern kurze Erledigungen zu machen haben.

In vielen Fällen ist es dann aufmerksamen Passanten zu verdanken, dass Kinder aus den überhitzten Fahrzeugen gerettet werden können. In solchen Fällen ist im Übrigen jeder rechtlich verpflichtet, einzugreifen.

Maßnahmen im Ernstfall

Der ARBÖ rät in solchen Situationen folgendermaßen zu handeln:

  • Einschätzen der Situation: Ist ausreichend Zeit vorhanden, um den Lenker des Fahrzeuges ausfindig zu machen? Wenn das Auto beispielsweise vor einem Supermarkt abgestellt ist, kann der Fahrer dort ausgerufen werden. Ansonsten kann man auch vorbeikommende Passanten fragen, ob jemand den Lenker des Fahrzeuges kennt.
  • Sollte man hierbei jedoch nicht erfolgreich sein, sollten die Feuerwehr und/ oder die Polizei unmittelbar verständigt werden.
  • Sollte sich der Zustand des Kindes gravierend verschlechtert, gilt die Regelung des entschuldigenden Notstandes. Passanten dürfen also eine Scheibe einschlagen, um ein gefährdetes Kind zu retten. In dieser Situation sollten nach Möglichkeit Zeugen hinzugezogen werden, oder zumindest ein Foto zwecks Beweissicherung gemacht werden.

Erste-Hilfe-Maßnahmen im Ernstfall:

  • Person in den Schatten bringen. Bei Bewusstlosigkeit in stabile Seitenlage, sonst soll der Oberkörper erhöht gelagert werden
  • Kleidung öffnen und lockern, Wind zufächeln
  •  Notruf 144 wählen, um den Rettungsdienst zu alarmieren
  • Körper mit feuchten Umschlägen kühlen (insbesondere den Kopf)
  • Sofern die Person kooperativ ist und trinken kann, Wasser trinken lassen
  • Den Anweisungen der Rettungsleitstelle Folge leisten

Die Hitze kann auch das Fahren beeinträchtigen. 21 bis 23 Grad gelten als optimale Temperatur im Autoinnenraum. Ab 24 Grad kann es bereits zu vermindertem Reaktionsvermögen, Aufmerksamkeitsdefiziten und mehr Stress kommen. Damit steigt auch das Unfallrisiko. “Aber auch ein zu stark abgekühlter Innenraum kann den Kreislauf belasten” erklärt ARBÖ-Pressesprecher Sebastian Obrecht. “Der Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur sollte nicht mehr als sechs Grad betragen” so Obrecht.

Autofahren im Sommer: 11 Tipps für eine sichere Fahrt

Um mit dem Auto gut durch den Sommer zu kommen, gibt es 11 Tipps:

  • Ausreichend Wasser trinken. Jeden Tag sollten mindestens zwei Liter alkoholfreie Getränke wie Säfte, Mineralwasser oder Tee getrunken werden.
  • Fettige und üppige Mahlzeiten vermeiden. Auch Fahren in der Mittagshitze sollten vermieden werden.
  • Zusätzlich längere Aufenthalte im parkenden Auto vermeiden
  • Mehr Pausen bei den Autofahrten einlegen, um aufmerksam zu bleiben. Dabei die Beine vertreten und für genügend Abkühlung sorgen. Außerdem sollte man luftige Kleidung tragen
  • Die Klimaanlage sollte rechtzeitig gecheckt und gewartet werden.
  • Hitze setzt den Batterien ebenso zu wie Kälte – auch diese sollten überprüft werden.
  • Eine Sonnenschutzblende aus Karton, die unter die Windschutzscheibe gelegt wird, bewirkt einen “Hitzeverlust” im Fahrzeuginneren von bis zu 25 Grad Celsius.
  • Silberbeschichtete Matten, die außen auf die Windschutzscheibe gelegt werden, reflektieren die Hitze und die Windschutzscheibe erwärmt sich nicht so stark.
  • Heruntergeklappte Sonnenblenden minimieren die Einstrahlung auf das Armaturenbrett.
  • Kindersitze sollten mit einem Tuch abgedeckt werden. Bevor das Kind hineingesetzt wird, sollte die Temperatur überprüft werden.
  • Vor dem Einsteigen alle Fahrzeugtüren öffnen und kurz durchziehen lassen.

 

 





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