Solidaritätsaktion für Gerhard Haderer

&copy APA Cover des "Jesus-Buches"
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Über 500 Unterzeichner und einige Prominente riefen zur Solidarität mit dem Karikaturisten Haderer, der wegen seinem "Jesus-Buch" in Griechenland verurteilt wurde, auf.

Nicht nur 500 unterzeichnende Österreicher, sondern auch „Jesus“ (in Form eines Auftritts von Hubsi Kramar) und Maria (Marazioti, griechische Anwältin) riefen am Dienstag zur Solidarität mit Gerhard Haderer auf. Der österreichische Karikaturist war am 19. Jänner in Griechenland wegen Religionsbeschimpfung durch sein Buch „Das Leben des Jesus“ zu sechs Monaten Haft bzw. einer Ersatzgeldstrafe von 1.600 Euro verurteilt worden. Eine Solidaritätsaktion unterstützt Haderer, dessen Berufungsverhandlung am 13. April angesetzt ist. „Ich werde keine Verurteilung akzeptieren“, so Haderer bei einer Pressekonferenz in Wien.

Der Karikaturist habe nach der abgeflauten Diskussion in Österreich über seine Karikatur-Story, in der er die Lebensgeschichte von Jesus mit Hilfe einer berauschenden Wirkung von Weihrauch erläutert, die seit Herbst 2003 mehrfach verschobenen Gerichtstermine in Griechenland „nicht ernst genommen – eine Fehleinschätzung“, so Haderer. Auch der ursprüngliche Inhalt der Ermittlungen der griechischen Staatsanwaltschaft – „ob meine Behauptung stimmt, dass in Weihrauch Spuren von THC (Haschisch-Wirkstoff, Anm.) enthalten sind“ – sei Haderer wie eine „schwach inszenierte Kabarettnummer“ vorgekommen. Bis zu seiner Verurteilung.

Die durch die Verurteilung aufgeworfene Problematik sei „so lächerlich nicht“, ergänzte der Autor und Essayist Robert Menasse. Die Verurteilung Haderers sei „pathetisch gesagt“ eine Frage der „Zukunft des gesamten europäischen Kontinents“, so Menasse. Denn es stelle sich die Frage, ob Europa ein „aufgeklärter Kontinent“ ist oder „in voraufgeklärte Zeit zurückfällt“. Menasse und IG Autorinnen Autoren-Chef Gerhard Ruiss beklagten, dass nach der Volxtheaterkarawane erneut ein österreichische Künstler „nicht mit dem Schutz der österreichischen Behörden rechnen“ könne.

Weder Außenministerin Ursula Plassnik (V) oder Justizministerin Karin Miklautsch (F) noch der für die Kunst zuständige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) oder Kunststaatssekretär Franz Morak (V) hätten sich für Haderer eingesetzt. „Jene Instanzen, deren Aufgabe es ist, Österreicher zu schützen, handeln nicht. Solidarität mit Jesus oder Solidarität mit Gerhard Haderer – diese Frage muss die Regierung beantworten“, so Menasse. Der Grüne Karl Öllinger hat eine dahin gehende parlamentarische Anfrage an Schüssel eingebracht.

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