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Solarium-Verbot für Jugendliche tritt in Kraft

Die Zeiten künstlicher Bräunung sind für Jugendliche vorbei.
Die Zeiten künstlicher Bräunung sind für Jugendliche vorbei. ©APA
Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird ab Mittwoch der Zutritt zu Sonnenbänken verboten. Die Betreiber von Solarien werden allerdings nicht müde, die positiven Seiten der künstlichen Bräunung zu betonen.
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“Ich werde dann zu Freundinnen nach Hause gehen, die dort ein Solarium stehen haben. Aber es wird mir schon abgehen”, erklärte die 17-jährige Lisa Novak. Denn Selbstbräuner sei keine Alternative: “Das macht Flecken.” Ab Mittwoch tritt das neue Gesetz in Kraft und Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird der Zutritt zur immerwährenden Bestrahlung verboten. Betreiber und Kunden verwiesen bei einem Lokalaugenschein am Montag im Bezirk Mödling auf die positiven Effekte der künstlichen Strahlen. 

800 Solarien in Österreich

Insgesamt sind etwa 800 Solarien in Österreich betroffen, doch das Solarienverbot gilt auch für Hoteliers, Bad- und Fitnessstudio-Betreiber und Selbstbedienungsgeschäfte, die Bräunungsgeräte aufgestellt haben. Alle fünf Parteien stimmten im Parlament dem Verbot zu und stützten ihr Vorhaben auf Studien, die die Gesundheitsgefährdung von Minderjährigen, vor allem für Hautkrebs, besonders hoch einschätzten. In jedem Fall muss sichergestellt werden, dass den Jugendlichen der Zutritt zu den Geräten verwehrt wird. Bei Nichteinhaltung der Verordnung drohen Geldstrafen bis zu 2.180 Euro durch die Gewerbebehörde.

Solarium im Keller

Im Winter und vor dem Sommerurlaub geht die 17-jährige Lisa, die gerade die Lehre zur Bürokauffrau macht, zwei bis dreimal pro Woche ins Solarium. Angefangen hat sie mit etwa 15 Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter, die ihr das Hobby auch finanziert hat. Es sei einfach schöner, wenn man einen braunen Teint habe. Verzichten werde sie aber künftig nicht darauf, denn “abgehen wird’s mir vor allem im Winter.” Doch Freundinnen haben ein eigenes Solarium im Keller und dort wird dann gemeinsam gebräunt bis man wieder legal ins Studio gehen darf und “wenn man es nicht übertreibt, ist es nicht gefährlich”, ist sich die Jugendliche sicher.

Vitamin D und D3

Die guten Seiten der natürlichen sowie künstlichen Bräunung hob Harald Slauschek, Präsident des Sonnenlichtforums Österreich und Branchensprecher, hervor. Die Haut produziere das Vitamin D und D3 unter Sonneneinstrahlung, das nicht nur für den Knochenaufbau notwendig sei, sondern auch glücklich mache. “Die Leute fühle sich nach ein paar Minuten einfach besser. Es geht weniger um die Ästhetik, als um das Wohlfühlen”, erklärte Slauschek, der selbst Betreiber eines Studios ist. Durch das Gesetz würden die Jugendlichen entmündigt und die Wirtschaft geschwächt. Zwar sei der Prozentsatz der unter 18-Jährigen nur sehr klein, aber gemeinsam mit der Wirtschaftskrise beträchtlich für die Branche. Slauschek ist sich sicher, dass einige Betreiber zusperren müssen.

Sonnen auf eigene Gefahr

“Sonne tut der Seele gut, aber in freier Natur ist sie oft zu stark und es fehlt ja auch die Zeit”, sagte Sylvie Kösner, ausgebildete Beraterin in einem Sun and Fun-Studio. Doch natürlich würde es auch schwarze Schafe unter den Betreiber geben. Besonders wichtig ist Kösner, dass die Kunden gut beraten werden. “Bei den Jugendlichen fehlt es oft nur an Aufklärung, wenn sie über die Gefahren Bescheid wissen, wollen sie sich auch richtig bräunen.” Das richtige Bestrahlen besteht aus einer Hautanalyse vor dem ersten Solariumsgang und einer Computerdatensammlung, die jeden Besuch und die gewählte Zeit und Stärke aufzeichnet. Besonders starrköpfige Kunden, die trotz eindringlicher Warnung, auf zu hohe und zu lange Bestrahlung pochen, müssen bei Kösner auch ein spezielles “UV-Überdosis-Formular” unterzeichnen. Danach erfolgt das Sonnen auf eigene Gefahr.

Mehr Selbstbräuner

Sinnlos hält das Verbot auch die 20-jährige Stefanie Schöndorfer. Sie geht regelmäßig seit etwa vier Jahren einmal wöchentlich unter die künstlichen Röhren, weil “es einfach schön ausschaut.” Die Friseurin findet, dass die Politik wichtigeres zu tun haben müsste, als sich darum zu kümmern. Denn “rauchen, trinken und wählen darf man ja dann schon”, so Schöndorfer. Viele ihrer Freunde seien von dem Verbot betroffen, doch eine befriedigende Alternative haben sie noch nicht gefunden. Trotzdem werden “sie in Zukunft sicher mehr Selbstbräuner verwenden.”

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