Sohn wollte Vater töten: Prozess um Einweisung

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Mit einem 45-Jährigen, der seinen Vater töten wollte, hatte sich am Donnerstag das Straflandesgericht Wien zu beschäftigen. Für den Mann, der an einer Form von Schizophrenie leidet, ging es um die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, weil er laut Gutachten zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig war.

Er soll mit einem Messer auf seinen 84-jährigen Vater eingestochen haben, nachdem er ihn nicht von einem Balkon werfen konnte.

Der 45-Jährige “neigt zum Verschwinden”, erklärte Staatsanwältin Kathrin Bauer. So auch im Juni des Vorjahres, als der Mann plötzlich in Schweden auftauchte. Das Außenministerium informierte daraufhin den Vater, dass sein Sohn am 12. Juni per Flugzeug zurückkehren werde. In den Abendstunden des 12. Juni räumte der 84-Jährige gerade die Wohnung des Sohnes auf, als dieser dort ankam.

Dann begann ein “Martyrium”, wie die Staatsanwältin meinte: Der 45-Jährige ließ seinen Vater nicht mehr aus der Wohnung, beschimpfte und bedrohte ihn, warf ihn viermal zu Boden. Der 84-Jährige flüchtete auf den Balkon, wo ihn der Sohn rund zehn Meter in die Tiefe zu werfen versuchte. Als das nicht gelang, stach er mehrmals mit einem Messer mit einer etwa 20 Zentimeter langen Klinge auf den Alten ein, das er an einer Kette um den Hals getragen hatte. Nachbarn wurden schließlich aufmerksam, als Blut vom Balkon tropfte und alarmierten die Polizei.

“Das habe ich nicht getan. Ich bin kein Mörder, ich habe noch keine Vorstrafe”, erklärte der 45-Jährige. Er habe bei seiner Ankunft “einen Mann vorgefunden, der nichts mit meinem ursprünglichen Vater zu tun hatte”. Dieser Mann, ein Klon, wollte ihn aus der Wohnung haben. “Was hätte er denn davon gehabt?”, fragte Richterin Bettina Körber. “Dann hätte er mehr Platz für seine Klone gehabt.” – “Haben Sie Angst vor Klonen?”, wollte die Staatsanwältin wissen. “Das ist gefährlich. Das ist dann nicht mehr der Mensch.”

Es sei zu einem Schreiduell zwischen ihm und dem Klon gekommen, “dann war plötzlich die Polizei da”, erinnerte sich der Wiener. Er habe sich nur im Vorzimmer aufgehalten, weiter sei er nie gegangen. Ein Messer könne er gar nicht um den Hals gehabt haben, weil er ja gerade mit dem Flugzeug gekommen sei: “Und dort ist das nicht erlaubt.” – “Sie haben viele Messer in ihrer Wohnung, wozu?”, fragte die Richterin. “Weil ich ein Naturbursch bin und ohne Messer und Hacken kann man in der Natur nicht überleben.”

Das Opfer berichtete, dass es zuvor bereits öfters zu gewalttätigen Ausbrüchen des Sohnes gekommen war. Messer seien beim 45-Jährigen “gang und gäbe”: Oft habe er aus dem Zimmer des Sohnes – “wenn die Luft rein war” – “Messer, Hacken, Schlagstöcke, eiserne Stangen” verschwinden lassen.

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