"Soforthilfe im Irak"

Die Situation im Gesundheitswesen im Nachkriegs-Irak ist „desaströs“. Das berichtete Kopetzky, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK).

Die Situation im Gesundheitswesen im Nachkriegs-Irak ist „desaströs“. Das berichtete Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK), anlässlich einer Reise der österreichischen Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) nach Jordanien zur Bedarfserhebung von österreichischen Hilfsprojekten in der Region. Wie Kopetzky am Dienstag im Gespräch mit der APA erklärte, fehle es momentan sogar an allernötigsten medizinischen Mitteln, wie etwa Einwegspritzen und Erste Hilfe-Paketen.

Das Rote Kreuz bemühe sich auf Grund der prekären Lage darum, rasche aber gleichzeitig auch strukturierte Sofortmaßnahmen in die Wege zu leiten. Kopetzky, der als Delegationsmitglied gemeinsam mit der Außenministerin nach Jordanien gereist ist, wies in diesem Zusammenhang auf “äußerst chaotische Zustände im Land“ hin. Zwar habe der Krieg die medizinischen und hygienischen Verhältnisse im Land massiv verschlechtert, doch das gesamte Gesundheitssystem sei schon davor jahrelang im Argen gelegen.

Nun, wenige Tage nach dem Ende der Kampfhandlungen, gelte es in erster Linie, die Wasserversorgung und Wasserhygiene zu verbessern, sowie groß angelegte Impfaktionen durchzuführen, damit es nicht zum Ausbruch von Seuchen kommen könne.

In seiner Arbeit habe das Rote Kreuz, das zurzeit 450 vor allem irakische Helfer im Irak stationiert hat, von den USA „völlige Bewegungsfreiheit“ zugesagt bekommen, erklärte Kopetzky. Einschränkungen gebe es in der täglichen Praxis nur dann, wenn die konkrete Sicherheitslage gefährdet sei. Kopetzky wies darauf hin, dass im Land noch sehr viele Blindgänger vermutet werden und die entsprechenden Gebiete erst abgesichert werden müssten. Zudem komme es immer wieder zu Angriffen auf die Soldaten und auf Hilfskonvois durch im Land agierende Banden. „Im Land herrscht noch immer immenses Chaos“, so der Generalsekretär des ÖRK.

Kopetzky tritt in den Verhandlungen mit den verantwortlichen Stellen in der Region nach eigenen Angaben immer dafür ein, zuerst konkrete Soforthilfeprojekte zu realisieren. Erst dann könne an weiterreichende Hilfsprojekte gedacht werden. Konkret möchte das Rote Kreuz unter besonderer Mithilfe der Österreicher die Wasser- und Stromversorgung wieder aufbauen. Dieses Projekt, das sofort angegangen werden müsse, werde sicherlich „noch einige Wochen“ in Anspruch nehmen.

Laut Aussage des ÖRK-Generalsekretärs ist das Rote Kreuz (zusammen mit der Schwesterorganisation Roter Halbmond) die einzige Institution, die die rund 7.000 Kriegsgefangenen besuchen und betreuen darf.

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