"Social Network" großer Gewinner bei Golden Globes

Soziale Netzwerke sind einfach in: David Finchers "The Social Network" hat bei der heurigen Verleihung der Golden Globes in Beverly Hills mit vier Auszeichnungen die Konkurrenz deklassiert.
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Die strahlenden Gewinner

Die Biografie des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg erhielt bei der Gala in der Nacht auf Montag vier Goldgloben – als bester Dramafilm, für Regie, Drehbuch und Filmmusik. Drehbuchautor Aaron Sorkin streute Zuckerberg bei seiner Dankesrede dann auch gleich Rosen: “Sie haben sich als großer Unternehmer herausgestellt, als großer Visionär und unglaublicher Altruist.”

Eher enttäuschend verlief hingegen die Golden-Globe-Nacht für den Historienfilm “The King’s Speech”, der mit sieben Nominierungen ins Rennen gegangen war. Lediglich Hauptdarsteller Colin Firth erhielt in der Sparte Drama die Ehrung für den besten Schauspieler. Auch der vierfach nominierte Streifen “Black Swan” kann nach der Gala lediglich mit der Auszeichnung als beste Drama-Schauspielerin für Natalie Portman aufwarten.

Besser stieg da “The Kids are all right” über ein lesbisches Pärchen und seine Kinder aus: Der Film erhielt den Titel als beste Komödie, Annette Bening wurde in der Kategorie Komödie/Musical als beste Schauspielerin geehrt. Die Ehrung als bester Schauspieler in dieser Sparte trug Paul Giamatti für “Barney’s Version” nach Hause.

Der vielfach nominierte Boxfilm “The Fighter” bescherte immerhin Christian Bale und Melissa Leo die Golden Globes als beste Nebendarsteller. Zum besten ausländischen Film wurde der dänische Streifen “In a Better World” gewählt. Leer ging hingegen “The Tourist” des deutschen Regisseurs Florian Henckel von Donnersmarck aus. Die drei Nominierungen des von den Kritikern verrissenen Films waren im Vorfeld der Gala mit Kopfschütteln quittiert worden – zumal der hochgelobte Western “True Grit” der Coen-Brüder nicht eine einzige Nominierung erhalten hatte.

In der Preiskategorie Fernsehen dominierte die von Martin Scorsese produzierte Serie “Boardwalk Empire”: Neben der Auszeichnung als beste Drama-Serie gewannen auch die Schauspieler Katey Sagal (bekannt als Mutter aus “Eine schrecklich nette Familie”) und Steve Buscemi Globes. In der Kategorie Komödie ging diese Ehrung an “Glee”.

Nachdem im Vorjahr Christoph Waltz und Michael Haneke mit Trophäen nach Hause gehen konnten, gab es heuer keinen Preis für Österreich. Die ORF-Koproduktion “Die Säulen der Erde” unterlag dem Terroristenepos “Carlos” des französischen Regisseurs Oliver Assayas, in dem zumindest die Wienerin Nora von Waldstätten eine Rolle hat.

Locker nahm der 67-jährige Robert De Niro den Umstand, dass ihm bei der Gala der “Cecil B. DeMille Sonderpreis” für sein Lebenswerk verliehen wurde. Offensichtlich habe man seinen letzten Film (“Meine Frau, unsere Kinder und ich”) noch nicht gesehen, als ihm die Ehre zugedacht wurde, mutmaßte ein gut gelaunter De Niro. Seine Filme seien wie eigene Kinder für ihn: “Allerdings sind meine Kinder teurer und kommen nicht im 3D-Format”. Zugleich offenbarte der Schauspieler, die offensichtlich mangelnde Verarbeitung der Trophäe – so zumindest seine Begründung, als er hinter der Bühne ohne Globe angetroffen wurde: “Der obere Teil ist abgefallen. Ich werde ihn wieder anlöten müssen.”

Als weiterer Liebling des Abends erwies sich Michael Douglas, der eigentlich nur als Laudator auf die Bühne gekommen war – dort aber mit stehenden Ovationen begrüßt wurde. Diese Ehrerbietung war der Freude der Gäste geschuldet, dass der 66-jährige in der Vorwoche verkünden konnte, seinen Kehlkopfkrebs nach langer Therapie besiegt zu haben. “Es muss einen einfacheren Weg geben, um stehende Ovationen zu bekommen”, so Douglas’ Kommentar.

Verliehen werden die Golden Globes vom Verband der Auslandskorrespondenten in Hollywood und leiden etwas unter dem Umstand, nach dem Oscar stets nur der zweitwichtigste Filmpreis der USA zu sein. Überdies wurden heuer kurz vor der Verleihung Bestechungsvorwürfe laut. Michael Russell, früherer Pressesprecher des Verbands der Auslandspresse, reichte am Donnerstag Klage gegen seinen einstigen Arbeitgeber ein. So sollen Mitglieder des 90-köpfigen Gremiums für bestimmte Nominierungen Geld erhalten haben und Senderechte an verhältnismäßig unbekannte Gruppen verkauft worden sein.

Auch ist mittlerweile das Image der Goldkugeln als Gradmesser für die folgende Oscar-Verleihung ramponiert. In den vergangenen fünf Jahren war “Slumdog Millionär” (2008) der einzige Globe-Gewinner in der Topkategorie, der im Anschluss auch bei den Oscars zum besten Film gekürt wurde. Im Vorjahr etwa wurde James Camerons “Avatar” als bester Film gefeiert – bei den Oscars siegte dann aber das Irak-Kriegsdrama “The Hurt Locker”.

Insofern wird es bei der Oscar-Gala am 27. Februar spannend für “The Social Network”. Die Nominierungen für Hollywoods wichtigsten Filmpreis werden jedenfalls am 25. Jänner verkündet.

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