"Social Freezing": Frauen in Österreich fühlen sich benachteiligt

"Social Freezing" ist in Österreich nur in Ausnahmefällen erlaubt. Das Bild zeigt zwei Mitarbeiterinnen des KL Fertility Centres in Kuala Lumpur beim Einfrieren von Eizellen.
"Social Freezing" ist in Österreich nur in Ausnahmefällen erlaubt. Das Bild zeigt zwei Mitarbeiterinnen des KL Fertility Centres in Kuala Lumpur beim Einfrieren von Eizellen. ©AFP/Sam REEVES
Laut einer Umfrage von Market Agent fühlen sich Frauen in Österreich beim Thema Kinderwunsch diskriminiert. Während Männer ihre Samen einfrieren dürfen, ist das Einfrieren von Eizellen verboten.

Frauen fühlen sich bei ihrem Kinderwunsch in Österreich diskriminiert, das bestätigt eine Umfrage von Market Agent im Auftrag vom Wunschbaby Institut Feichtinger. Denn das österreichische Gesetz erlaubt das Einfrieren von Eizellen bei Frauen nicht, Männer hingegen dürfen ihre Samen einfrieren.

75 Prozent der Frauen fühlen sich bei Kinderwunsch diskriminiert

75 Prozent der befragten Frauen fühlen sich daher vom Staat diskriminiert und würden sich eine Gesetzesänderung erwarten. Darüber hinaus wäre eine finanzielle Förderung des Bundes für 74 Prozent wünschenswert, da derzeit - sofern eine medizinisches Indikation vorliegt, wie etwa eine Chemotherapie oder dergleichen, das Eizelleneinfrieren erlaubt ist - bis zu 4.000 Euro kostet und die Kosten hierfür komplett privat getragen werden müssen. Für Männer kostet das Einfrieren Ihrer Samen lediglich ein Zehntel.

46 Prozent konzentrieren sich auf Karriere vor dem Kinderwunsch

Frauen zwischen 18 und 35 Jahren wurden von der Agentur Marketagent österreichweit befragt. 46 Prozent der Frauen möchten sich zuerst auf die berufliche Laufbahn konzentrieren und ihren Kinderwunsch später verwirklichen.

Fruchtbarkeit nimmt ab dem 30. Lebensjahr ab

"Die Fruchtbarkeit der Frau nimmt aber bereits ab dem 30. Lebensjahr stetig ab. Immer häufiger haben wir im Wunschbaby Institut das Problem, dass Frauen den Kindewunsch verzögern und dadurch eine Kinderwunschbehandlung benötigen. Laut Umfrage sind sich 87 Prozent der Frauen dieser Problematik bewusst. Damit junge Frauen ihre Karriere sorglos planen können, müssen wir das Einfrieren von Eizellen in Österreich gesetzlich erlauben wie es auch in Deutschland, der Schweiz und in den meisten anderen Europäischen Ländern erlaubt ist. Zumal es unverständlich ist, dass es für Männer möglich ist, ihre Samen einzufrieren, Frauen dieser Weg aber gesetzlich verweigert wird." so Doktor Michael Feichtinger, Leiter vom Wunschbaby Institut Feichtinger.

"Social Freezing" könnte Geburtenrate erhöhen

Für 51 Prozent der befragten Frauen ist es vorstellbar, Eizellen einfrieren zu lassen, sobald dies gesetzlich möglich ist. "Social Freezing in Österreich für Frauen zu erlauben wäre daher ein wichtiger Beitrag dafür, den Anstieg der Geburtenrate in Österreich zu fördern. Laut Statistik Austria sanken in Österreich die Lebendgeburten seit 1970 mit 112.301 auf 83.603 im Jahr 2020, das ist ein Rückgang von rund 25 Prozent", so Feichtinger. Dieses sogenannte "Social Freezing" ist vor allem in den USA eine viel genutzte Maßnahme. In Amerika, Japan, Großbritannien und Deutschland praktizieren Kliniken die Eizellenvorsorge schon seit Jahren und sie wird auch häufig von Unternehmen finanziell unterstützt.

(Red)

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