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So verlief die Demo in Wien für Rechte von Menschen mit Behinderung

An der Demonstration für die Rechte von Menschen mit Behinderung nahmen in Wien am Mittwoch über 4.000 Menschen teil.
An der Demonstration für die Rechte von Menschen mit Behinderung nahmen in Wien am Mittwoch über 4.000 Menschen teil. ©APA/FLORIAN WIESER
Am Mittwoch gingen in Österreich Menschen auf die Straße, um für die Rechte von Menschen mit Behinderung zu demonstrieren. Der Großteil der über 4.000 Personen nahm dabei bei der Demo in Wien teil.
Wien-Demo für Rechte von Menschen mit Behinderung

Um für die Rechte von Menschen mit Behinderung zu demonstrieren, gingen in Österreich am Mittwoch viele Menschen auf die Straße. Kritisiert werden Mängel in dem Anfang Juli beschlossenen Nationalen Aktionsplan Behinderung (NAP) und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Außer in Graz fanden in allen Landeshauptstädten Demonstrationen und Mahnwachen statt. Insgesamt nahmen an den Protesten über 4.000 Menschen teil, der Großteil davon in Wien.

So verlief die Wien-Demo für Rechte von Menschen mit Behinderung

Vor dem Kanzleramt am Wiener Ballhausplatz zählten die Veranstalter rund 4.000 Teilnehmende. Die Wiener Landespolizeidirektion gab dazu keine Auskunft. In den Landeshauptstädten waren es deutlich weniger. 250-300 Personen nahmen an der Aktion in Innsbruck teil. Je 80 Personen in Klagenfurt und St. Pölten, 70 vor dem Linzer Landhaus und 40 am Salzburger Mozartplatz. In Eisenstadt waren es lediglich acht. Die Vorarlberger Lebenshilfe, die die dortige Demonstration organisierte, zählte ebenfalls über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

4.000 Menschen bei Demo für Rechte von Menschen mit Behinderung

Das Fehlen von Persönlicher Assistenz führe in vielen Fällen zu unvermeidbaren Notsituationen. "Teilweise wurden die Stundensätze für soziale Dienstleistungen und auch Persönliche Assistenz Jahre lang nicht an die Inflation angepasst. Behinderten Menschen droht nicht nur die Armutsfalle, sie geraten in persönliche Notsituationen. Dann ist z.B. Schlafen im Rollstuhl oder wenig Trinken, um nicht auf die Toilette zu müssen, der einzige Ausweg", schildert Christoph Dirnbacher, geschäftsführender Vorstand der WAG Assistenzgenossenschaft im Vorfeld der Demonstrationen in einer Aussendung.

Forderungen bei Demo zu Rechten von Menschen mit Behinderung

Neben der Assistenz bemängeln Vereine und NGOs zur Stärkung der Rechte von Menschen mit Behinderung vor allem das Fehlen eines inklusiven Bildungssystems, barrierefreier Gebäude, Kommunikation und Online-Anwendungen und existenzsichernder Arbeit nach dem Motto "Lohn statt Taschengeld". Brigitte Heller vom Verein Lichterkette forderte außerdem ein Schulfach zur Förderung der psychischen Gesundheit. Diese Forderungen riefen die Demonstrierenden in Richtung Kanzleramt, in dem gerade der Ministerrat tagte.

Unterstützung für die Demonstration von der Opposition

Unterstützung für die Demonstration kommt auch aus der Opposition. "Auslöser für die Demonstration sind die massiven Versäumnisse der Bundesregierung", sagt NEOS-Behindertensprecherin Fiona Fiedler. "Daher ist es gut und notwendig, dass die Menschen dafür heute auf die Straße gehen. Es muss sich endlich etwas tun." Die Kritik an der Bundesregierung teilt auch die FPÖ: "Unsere tiefste Überzeugung ist es, dass Menschen in diesem Land an Arbeit, Bildung und Gesellschaft teilhaben müssen und dabei nicht von einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung gebremst werden. Es ist absolut unerheblich, inwieweit der Nationale Aktionsplan umgesetzt wird, denn rauskommen wird dabei nichts, wie wir es bisher gesehen haben", so der freiheitliche Behindertensprecher Christian Ragger.

(APA/Red)

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