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So sieht das ÖFB-EURO-Team aus

Roland Linz, Erwin Hoffer, Roman Kienast und Mar­tin Harnik sollen bei der Fußball-Europameister­schaft im eigenen Land für Österreichs Tore sorgen. ÖFB-Kader  | "Leider nein" 

Das Quartett erhielt den Vorzug gegenüber Stefan Maierhofer, Sanel Kuljic und Marc Janko. Wie Teamchef Josef Hickersberger im Rahmen der Veröffentlichung des definitiven 23-Mann-EM-Kaders am Mittwoch im Kunsthaus Graz außerdem bekanntgab, müssen auch Andreas Dober, Andreas Ibertsberger, Markus Weissenberger und Franz Schiemer das ÖFB-Camp verlassen.

Hickersberger sprach zwar von “sieben Härtefällen”, besonders schwierig dürfte die Entscheidung aber im Angriff gewesen sein. “Linz war aufgrund seiner guten Saison mit Braga mehr oder weniger der Einzige, der einen Fixplatz hatte”, gab der 60-Jährige zu. Kienast habe sich sein Ticket mit seinem guten Auftritt und seinem Tor am Dienstag beim 1:1 gegen Nigeria gesichert.

Bereits am Montag hatte er dem Ham-Kam-Stürmer, der in diesem Jahr in der Meisterschaft noch nicht getroffen hat, mitgeteilt, dass er gegen die Afrikaner seine Chance bekommt. “Ich wollte ihn unter Druck setzen und habe ihm gesagt, dass er es in den eigenen Händen beziehungsweise Beinen hat. Er hat dann sehr schlecht trainiert, aber gegen Nigeria gut gespielt und ein schönes Tor erzielt. Deswegen hat er sich seine Nominierung verdient.”

Hoffer bekam von Hickersberger das Vertrauen, “weil er für jeden Verteidiger bei der EM mit seiner Explosivität ein Problem darstellen wird”. Um den vierten Sturm-Platz war laut Teamchef “die Qual der Wahl am stärksten”. Letztlich bekam Harnik das Vertrauen geschenkt. “Er ist dabei, weil er gegen Deutschland und die Niederlande hervorragend gespielt, in diesen Spielen schön mit Linz harmoniert und gegen Tschechien als Einwechselspieler ein schönes Tor gemacht hat”, begründete “Hicke”.

Hickersberger hob aber auch die Stärken der Ausgeschiedenen hervor. “Für Maierhofer sprach seine fantastische Frühjahrssaison und seine Präsenz im Strafraum, die bei Katastrophenfällen helfen könnte. Für Janko sprach seine technische Stärke. Er war eigentlich zwei Jahre lang unsere EURO-Hoffnung, war dann aber oft verletzt, und erst seit zwei, drei Tagen hat er zeigen können, dass er wieder der Alte wird. Aber das war etwas zu spät”.

Auch um Kuljic, dem wohl die durchwachsene Frühjahrssaison aufgrund einer von Verletzungen geprägten Vorbereitung zum Verhängnis wurde, tat es dem 60-Jährigen leid. “Ich habe ihn jetzt erlebt, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Er hat im Training hart gearbeitet und immer die Zähne zusammengebissen.”

Nach den Angaben von Hickersberger gab es “um 1.32 Uhr” in der Nacht auf Mittwoch innerhalb des Betreuerstabs noch eine Diskussion, ob einer der fünf Innenverteidiger Platz für einen Stürmer machen sollte, der Teamchef sah dann aber davon ab. “Im internationalen Fußball muss man immer damit rechnen, dass der eine oder andere Innenverteidiger gesperrt ausfällt. Deshalb haben wir die Sicherheits-Variante gewählt.”

Als einziger zentraler Abwehrspieler muss Franz Schiemer die Koffer packen. “Er hatte im Winter keine Vorbereitung und musste auf Sardinien die Zähne zusammenbeißen, weil er Schmerzen im Knöchel hatte. In Lindabrunn hat er wieder Anschluss gefunden. Ich habe mich aber trotzdem für Patocka entschieden, weil er bei Rapid in dieser Saison 35 Spiele gemacht hat, ein Muster an Verlässlichkeit war und im Training kaum Fehler gemacht hat”, erklärte Hickersberger, nach dessen Angaben die Fitness ein wesentliches Kriterium bei der Kader-Selektion war.

Dober bescheinigte der 60-Jährige, der sich bei allen heimreisenden Kickern ausdrücklich bedankte, eine hervorragende Saison bei Rapid, “obwohl er dort auch längere Zeit infrage stand. Aber er hat gezeigt, dass man in der EM-Qualifikation wieder mit ihm rechnen kann”.

Den Vorzug von Markus Katzer gegenüber Ibertsberger begründete Hickersberger folgendermaßen: “Ich habe ihn nur mitgenommen (Anm.: in den Großkader), weil ich ihm zeigen wollte, dass er, obwohl er viel Pech mit Verletzungen und Erkrankungen hatte, zur Nationalmannschaft gehört. Er hat uns dann alle im Training so überzeugt, dass wir gesagt haben, er ist für die EM die bessere Lösung als Ibertsberger, der überaus verlässlich und auf zwei Positionen einsetzbar ist. Dennoch hatte Katzer gewisse Vorteile. Ich kenne ihn von Rapid und habe Vertrauen in seine offensive Stärken.”

Weissenberger wurde sein vor zehn Tagen erlittener Muskelfaserriss zum Verhängnis. “Er hat eine gute Saison bei Frankfurt gespielt, sich aber zum unglücklichsten Zeitpunkt verletzt”, meinte Hickersberger. Außerdem habe sich Ümit Korkmaz auf der linken Seite als starke Alternative gezeigt, und im Mittelfeld-Zentrum war Ivica Vastic nicht mehr zu verdrängen. “Vastic hat über die Saison gezeigt, dass ihm der Vorzug gebührt.” Außerdem verfüge der 38-Jährige über die größere Erfahrung und sei eigentlich schon als möglicher Ersatz für Andreas Ivanschitz gesetzt gewesen.

Hickersberger gab zu, dass die Personalentscheidungen nicht immer rational begründbar seien. “Ich kann mich mit den Kollegen vom Betreuerstab absprechen und mit manchen Spielern über ihre Eindrücke sprechen, was ich auch getan habe. Aber letztlich muss ich entscheiden”, erklärte der Coach, nach dessen Angaben sich in der EM-Vorbereitung ein Teamgeist entwickelt hat, “wie ich ihn auch bei einem Verein selten gesehen habe”.

An seiner persönlichen Auswahl hegt der Teamchef keinen Zweifel. “Ich bin überzeugt, dass es die Richtigen sind”, erklärte der Niederösterreicher in Anlehnung an seinen Satz bei der Großkader-Bekanntgabe, er habe “nicht die Besten, sondern die Richtigen” selektioniert. Hickersberger schränkte aber auch ein: “Letztlich werden die EM-Spiele der Gradmesser sein. Wenn wir nicht ins Viertelfinale kommen, werden alle sagen, es waren nicht die richtigen Spieler.”

Der Teamchef hatte den Betroffenen die persönlichen Hiobsbotschaften nicht wie ursprünglich angekündigt in Einzelgesprächen, sondern vor versammelter Mannschaft nach dem Auslaufen Mittwochvormittag auf dem GAK-Trainingsplatz überbracht, weil er den dort postierten Medienvertretern nicht die Gelegenheit geben wollte, schon rund eine Stunde vor der Bekanntgabe Rückschlüsse auf die Kader-Zusammenstellung ziehen zu können.

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