Smatrics: Verdopplung der E-Auto-Schnellladestationen in Österreich

Das Strom-Schnellladenetz für E-Autos in Österreich soll weiter ausgebaut werden.
Das Strom-Schnellladenetz für E-Autos in Österreich soll weiter ausgebaut werden. ©APA (Sujet)
Am Dienstag hat ein Joint Venture des heimischen E-Mobilitätsdienstleisters Smatrics und der deutschen EnBW - das Tocherunternehmen Smatrics mobility+ - seinen Plan präsentiert, das Smatrics-Netz von aktuell 100 E-Auto-Schnellladestationen bis 2021 verdoppeln zu wollen. Diese ermöglichen, dass das Auto in nur fünf Minuten Strom für 100 Kilometer bezieht.

Smatrics mobility+, an der die Karlsruher Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) 51 Prozent hält, soll nach Zustimmung der Kartellbehörden bis zum Jahresende starten. Das Tochterunternehmen soll laut den Partnern das mit insgesamt 450 Ladestandorten größte österreichweite Ladenetz betreiben und den weiteren Ausbau des bestehenden Smatrics-Ultraschnellladenetzes in Österreich forcieren. Die Leistung der Stationen in Österreich soll stark erhöht werden. "Wir werden uns auf 150 kW fokussieren und das urbane Schnellladen vorantreiben", erklärte Hauke Hinrichs, der Chef des operativen Geschäfts bei Smatrics.

200 geplante Schnelladepunkte bis 2021 in Österreich

Bei der neuesten Generation von Elektroautos kann eine große Anzahl standardmäßig bereits mit 150 kW aufgeladen werden, andere mit 50 kW. Smatrics mobilty+ wird unter ihren rund 200 geplanten Schnellladepunkten bis Ende 2021 auch solche mit 350 kW anbieten.

Laut Smatrics-Chef Michael-Viktor Fischer bietet das Joint Venture zu 100 Prozent "grünen Strom". Die Corona-Pandemie habe bei E-Autos zu weniger starken Einbrüchen geführt als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren, sagte Fischer und ist für die Zukunft optimistisch. "Künftige Fördermaßnahmen werden höchstwahrscheinlich sehr auf nachhaltige, in der Regel elektrifizierte Fahrzeuge, ausgelegt sein. Ab nächstem Jahr gelten ganz strenge CO2-Kriterien für die Automobilbranche, die Hersteller haben sich in den letzten fünf Jahren darauf vorbereitet, Milliarden für elektrifizierte Fahrzeuge ausgegeben, die drängen jetzt in den Markt. Ich bin eigentlich extrem zuversichtlich für die E-Mobilität."

Es gebe heute E-Autos mit 400 km echter Reichweite. "Die Ladegeschwindigkeiten werden immer schneller und die Unterhaltskosten sind signifikant günstiger, sportlicher zu fahren ist es auch. Die Reichweiten werden immer größer und ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten fünf Jahren ähnliche Reichweiten haben wie ein Diesel oder Benziner, also echte 600 bis 800 km. Die Batterien werden immer kleiner und leichter. Die Ladezeiten werden kürzer, 350 kW ist nicht das Ende der Fahnenstange", betonte Fischer.

Ausbau des Strom-Ladenetzes

Der Ausbau des Ladenetzes werde entlang der Verbindungsachsen wie Autobahnen, an Einfallsstraßen zu größeren Städten, an Tankstellen, aber auch an verkehrsgünstigen Standorten für Einkauf und Essen, wo die Verweildauer rund 30 Minuten beträgt, erfolgen, kündigte Amadeus Regerbis, der Geschäftsführer des Joint Venture, an und sprach von einem "absoluten Meilenstein", den man erreicht habe. "Wir werden das österreichische Netz ab dem ersten Tag entsprechend ausbauen."

Während in Deutschland flächendeckend und für deutsche Kunden auch im Ausland nach Kilowattstunden abgerechnet wird, erfolgt die Zahlung in Österreich laut geltendem Recht auf zeitlicher Basis. "Die Richtlinien für eine energiebasierte Endkundenverrechnung stehen noch nicht, das erwarten wir Anfang nächsten Jahres", sagte Hinrichs der APA in der Online-Pressekonferenz.

An Smatrics, dessen Geschäftsschwerpunkt auf Infrastruktur, Service und IT liegt, sind OMV und Verbund zu je 40 sowie Siemens zu 20 Prozent beteiligt.

(APA/Red.)

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