SLP-Partei: Spitzenkandidatin Sonja Grusch im Interview

Für die Sozialistische Linkspartei geht Sonja Grusch ins Rennen der Wien-Wahl 2010. Vienna Online traf die SLP-Bundessprecherin zum Interview und stellte ihr 10 heiße Fragen rund um Wien, ihre potenziellen Wähler und ihre Konkurrenz.

1) Was sind Ihrer Meinung nach die drei wichtigsten Wienthemen, die Sie nach Ihrem Wahlsieg in Angriff nehmen würden?

Grusch: – Armut und Arbeitslosigkeit: Die SLP ist für die Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden bei vollem Lohn sowie für die Einführung eines Mindestlohnes von 1200.- netto. Für alle durch die Gemeinde Wien direkt bzw. indirekt beschäftigte lässt sich das sofort umsetzen – damit werden Jobs mit menschenwürdiger Bezahlung geschaffen und Druck auf den Privatsektor ausgeübt, diese Bedingungen ebenfalls herzustellen.

– Schluss mit Diskriminierung und Rassismus: Die SLP fordert volle soziale und demokratische Rechte für alle die hier leben. D.h. Zugang zu allen Sozialleistungen, Wohnungen sowie dem Wahlrecht – unabhängig von der Staatsbürgerschaft.

– Geld für Soziales statt für Banken & Konzerne: Auch die Kommunen haben im Zuge der Wirtschaftskrise viel Geld in die Privatwirtschaft gebuttert und gleichzeitig bei sozial Schwachen bzw. den öffentlich Beschäftigten gekürzt. Die Krise ist noch lange nicht vorbei, die nächsten Grausamkeiten stehen bevor. Die SLP ist für eine radikale Umverteilung von oben nach unten: Ausbau der Sozialleistungen, Abschaffung von Massensteuern – Lasst die Reichen zahlen. Wir zahlen nicht für die Krise!

2) Warum sollten die Wiener/innen gerade Ihnen ihre Stimme geben?

Grusch: Es wird sich nichts ändern, wenn man hofft, dass es die etablierten Parteien machen. Die WienerInnen sollen uns nicht nur wählen, sondern mit uns gemeinsam aktiv werden. Wir müssen gemeinsam für eine Gesellschaft kämpfen wo nicht Profite, sondern die Bedürfnisse der Menschen im Zentrum stehen.  

3) Wer ist die Wienerin hinter der Politikerin?

Grusch: Eigentlich ist jede und jeder PolitikerIn – weil es uns alle betrifft. Wir sind gegen Stellvertreterpolitik – wir müssen uns einmischen, aktiv werden und uns organisieren. Die SLP ist gegen alle PolitikerInnenprivilegien und fordert, dass PolitikerInnen nicht mehr verdienen dürfen, als ein Durchschnittseinkommen – nur so können sie verstehen, was ihre Beschlüsse bewirken.

4) Was ist in Wien gut? Was ist in Wien schlecht?

Grusch: Die im internationalen Vergleich gute Lebenssituation in Wien ist das Erbe einer ArbeiterInnenbewegung, die im „Roten Wien“ viel erkämpft hat. Die SPÖ hat sich davon längst verabschiedet und setzt auf eine neoliberale Politik mit Privatisierungen, Ausgliederungen, Cross-Boarder-Leasing etc. Schlimm ist der Rassismus, den die etablierten Parteien betreiben, gut sind die vielen Initiativen von Jugendlichen, im Sozialbereich etc, die was verändern wollen.

5) Mit wem könnten Sie Wien regieren?

Grusch: Mit all jenen, die aktiv gegen Rassismus etwas tun wollen. Mit all jenen, die sich gegen Sozialabbau wehren. Wir gehen keine Koalition mit den etablierten Parteien ein sondern mit ArbeiterInnen und Jugendlichen.   

 

6) Ist die Wahlordnung in Wien reformbedürftig? Wenn ja, Wie?

 

Grusch: Wer hier lebt, soll wählen können. Wahlrecht ab 15 – wer arbeiten darf, muss auch wählen dürfen.

7) Thema Mobilität:  Lösung fürs Parkplatzproblem? Wird Wiens Innenstadt kostenpflichtig für Autofahrer (Thema Citymaut)? Was sind Ihre Lösungsansätze?

Grusch: Nulltarif auf Öffentliche Verkehrsmittel, Ausbau der Öffis 

8) Wien gilt als eine der lebenswertesten Städte der Welt, was können wir trotzdem besser machen?

Grusch: Weg mit Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Sozialen Problemen, Weg mit Rassismus – So wie ich es bereits am Anfang in der erste Frage beschrieben habe.

9) Muss auch in Wien gespart werden, wenn ja woran?

Grusch: Weg mit Subventionen für Unternehmen, Eigenwerbung der Gemeinde, hohen PolitikerInneneinkommen – und Einkommen & Vermögen von Unternehmen und Reichen müssen zum Ausbau des Sozialsystems herangezogen werden!

10) Ihre persönliche Botschaft an alle Wiener/innen?

Grusch: Rassismus schafft keine Jobs – Wir brauchen Geld für Soziales, statt für Banken und Konzerne. Wir organisieren gemeinsamen Widerstand gegen Rassismus und Sozialabbau von jung&alt, Frauen&Männern, InländerInnen&MigrantInnen. Werden Sie selbst aktiv und wehren Sie sich mit der SLP gegen den kapitalistischen Wahnsinn.

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