Slash und Myles Kennedy begeisterten die Fans in Wien

Slash ließ sich von den Wiener Fans feiern.
Slash ließ sich von den Wiener Fans feiern. ©APA
Einer der letzten Handwerker des bodenständigen Rock 'n' Rolls hat in Wien seine Spuren hinterlassen: Slash ließ am Mittwoch die Gitarre in der Wiener Stadthalle kreischen. Mit seinem Frontmann Myles Kennedy schoss er nicht nur alte Guns'n'Roses-Originale ins Publikum, er erinnerte auch daran, dass Axl Rose in seiner Dramatik unüberbietbar ist.
Slash & Myles Kennedy live
Rückblick: Das Konzert 2013

Seit der Auflösung seiner Stammband ist Slash auf Solopfaden unterwegs. Der Schaffensdrang hat den gebürtigen Briten erst in diesem Jahr zu einem neuen Opus gezwungen: “World on Fire” nennt sich das aktuelle Werk.

Damit, und mit gewohnt starker musikalischer Unterstützung von Myles Kennedy and The Conspirators machte er sich am Mittwoch auf, in Wien die Wänder der Stadthalle zum Beben zu bringen.

Slash als Rock ‘n’ Rosenkavalier

Sänger Myles Kennedy macht dabei den tonangebenden Schritt vorwärts, wenn er zwar Axl Rose technisch in jedem Ton überlegen ist, seine Dramatik der vokalen Vorlagen allerdings nicht zu erreichen mag.

Die Zurückhaltung des Guitar-Hero als überbleibender Rosenkavalier tat das seine: erst beim Guns-Klassiker “Rocket Queen” durfte der Meister des bluesigen Hardrock in Überlänge zeigen, warum er einst eine in der Rock-Hall-Of-Fame-geadelten Band wesentlich geprägt hat bis zum Klassiker “You Could Be Mine”. Mit lautem Applaus reagierten die Wiener Fans auf die Gitarren-Soli, die wohl kaum ein anderer so virtuos zu inszinieren versteht wie Slash.

“Sweet Child O’ Mine” in Wien

So viel Klasse gegenüber einem absoluten Liebhaber-Publikum wirkte in der Stadthalle allerdings ein wenig Fehl am Platz. Auch ein ehemaliger Stadionrocker wie Slash hätte gut daran getan, wie etwa beim letzten Konzert das Gasometer in Wien zu beehren.

So wurde die ohne große Bühneneffekte auskommende Show zur Mahnung an die Musikindustrie, die letzten wahren Handwerker nicht zu vergessen. Und mit den finalen Finalen Nummern “Sweet Child O’ Mine” und “Paradise City” wurden ohnehin Erinnerungen aufgefrischt, die Generationen überstehen dürften. Mit den bekannten Riffs im Ohr wurden die Fans schließlich auf den Heimweg geschickt, wissend, dass es auch heutzutage noch so etwas wie bodenständigen Rock gibt.

(APA/Red.)

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