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Skispringen in Wien: Alles schon einmal dagewesen ...

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Eine Skisprungschanze in oder in unmittelbarer Nähe von Wien - dies wird derzeit diskutiert. Wer in den Annalen blättert, sieht freilich, dass die Idee so neu gar nicht ist.

Alles schon einmal dagewesen sozusagen: Dereinst gab es in der Bundeshauptstadt sogar drei “große” Schanzen: am Himmelhof, am Cobenzl und in Hadersdorf-Weidlingau. Und Projekte für moderne Anlagen waren zwischenzeitlich auch bereits vorhanden, das jüngste stammt aus dem Jahr 2002.

Am längsten wurde am Himmelhof in Ober St. Veit (Hietzing) der “Weitenjagd” gefrönt. Der letzte medial aktenkundige Bewerb kam am 19. Februar 1978 zur Austragung. Der Steirer Hans Rinnhofer gewann mit Sätzen über 42 und 43 Meter. Im Training hatte er den ultimativen Schanzenrekord von 46 Metern erreicht, doch da befand sich die Himmelhofschanze schon auf dem absteigenden Ast.

Ihre größte Zeit erlebte der Holzbakken laut Bezirksmuseum Hietzing in den 50-er-Jahren. 1948/49 war die Anlage von freiwilligen Helfern errichtet worden. Mehr als 300 Kubikmeter Erde wurden händisch bewegt und das Bauholz musste von der etwa hundert Meter tiefer liegenden Himmelhofgasse bis zu 500 Meter weit getragen werden.

Bauherr war die Ski-Union Wien, die Schanze wurde am 9. Jänner 1949 mit einem Eröffnungsspringen eingeweiht. Vier Jahre später – am 12. Jänner 1953 – waren zu den Wiener Meisterschaften nicht weniger als 20.000 Zuschauer gekommen. Tagesbester wurde der Semmeringer Sepp Heher mit zweimal 36,5 Meter, mit dem Titel “Wiener Meister” durfte sich der Ober St. Veiter Franz Rabensteiner (36 und 36,5 Meter) schmücken.

In den 1960er und 70-er-Jahren ließen zunehmend schneearme Winter und eine nicht mehr zeitgemäße Infrastruktur die veraltete Anlage bald nur noch wenig attraktiv erscheinen. Zudem holten Weiten unter 50 Metern niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Dennoch ging es am Himmelhof mitunter heiß her. Nachdem die Schanze bereits im April 1969 durch einen Brand beschädigt worden war, ging sie Anfang Juni 1980 völlig in Flammen auf. Laut Bezirksmuseum hatte “eine Einbrecherbande zu heftig gefeiert”.

Damit geriet der (Spitzen)sport in Ober St. Veit so richtig ins Abseits. Dabei hatte von 1914 bis Ende der 1920er-Jahre sogar die Wiener Austria (vormals Amateure) im Straßengeviert Auhofstraße-Preindlgasse-Premreinergasse-Mantlergasse ihr fußballerisches Zuhause gehabt. Der Platz fasste über 20.000 Zuschauer. Bis weit in die 1930er war dann – obwohl bereits verzogen – auch die Austria gemeint, wenn in einem Match-Bericht von den “St. Veitern” die Rede war.

Theoretisch wäre eine Wiederbelebung des Himmelhofs aber wohl kaum ein Problem. Im Jahr 2002 wurde von Studenten der TU Wien eine den FIS-Richtlinien für internationale Wettkämpfe entsprechende 90-Meter-Anlage geplant und mit einem Preis ausgezeichnet. Neben den technischen Anforderungen war dabei die Schaffung eines “Wahrzeichens für die Westeinfahrt” mit einem “fliegenden, schwebenden Charakter” im Vordergrund gestanden.

Gar mit einer Goldmedaille prämiert wurde Jahre zuvor das Projekt einer 60-Meter-Schanzenanlage am Cobenzl. Der Architekt Adolf Hoch gewann damit bei den Olympischen Sommerspielen 1948 in London den damals zum letzten Mal ausgetragenen Bewerb in der Disziplin Kunst/Architektur. Hochs Pläne sahen am Rande der Höhenstraße ein Atrium für 25.000 Besucher vor. Im Sommer hätten dort Boxveranstaltungen sowie Theater- und sonstige Veranstaltungen stattfinden sollen. Verwirklicht wurde das Projekt nie.

Zuvor hatte es am Cobenzl aber schon einen Bakken gegeben. Er war 1931 errichtet und 1940 (K-Punkt 60 Meter) umgebaut worden. Bei einem internationalen Springen 1931 wurden um die 20.000 Zuschauer gezählt, die Siegerweite lag um die 38 Meter.

Nachdem der projektierte Neubau in den 1950-er-Jahren nicht realisiert wurde, tauchte das Thema “Skispringen am Cobenzl” erst 1986 wieder auf. Sportstadtrat Franz Mrkvicka schwebte ein kleines Springerzentrum inklusive Mattenanlage vor. Er lud sogar den damaligen ÖSV-Springercoach Paul Ganzenhuber zu einem Lokalaugenschein ein. Aber auch diese Pläne verließen die Schubladen offenbar nie.

Am weitesten wurde in Wien eine Weile in Hadersdorf-Weidlingau (Penzing) gesprungen. Die in der Gegend von Mauerbach befindliche Anlage wurde 1940 umgebaut, um Weiten von 70 Metern zu erreichen. 1969 wurden vergeblich Pläne gehegt, das damals schon verfallene Areal in “Hawei” zu reaktivieren. Neben den erwähnten drei Wiener “Großschanzen” gab es anno dazumal übrigens auch noch eigene “Sprunghügel” in Pötzleinsdorf, Neuwaldegg und auf der Schmelz, wo offenbar bei guter Schneelage eifrig gehopst wurde.

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