Simbabwes Präsident Mugabe sieht sich als Wahlsieger

Simbabwes Präsident Mugabe hat unter Berufung auf inoffizielle Teilergebnisse einen "überwältigenden" Sieg bei der Ein-Mann-Stichwahl vom Freitag für sich in Anspruch genommen.

In der Hauptstadt Harare, wo die Opposition bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl Ende März noch 25 der 26 Wahlbezirke gewonnen hatte, habe er nicht einen einzigen Wahlbezirk verloren, erklärte Mugabe.

Die Wahlkommission wollte das Ergebnis der umstrittenen zweiten Runde der Präsidentschaftswahl am Sonntagvormittag bekanntgeben. Amtsinhaber Mugabe war dabei als alleiniger Kandidat angetreten. Der vom Westen unterstützte Oppositionspolitiker Tsvangirai hatte die Wahl mit Hinweis auf die zunehmende Gewaltanwendung gegen seine Anhänger boykottiert. Tsvangirai hatte in der ersten Runde, die am 29. März zeitgleich mit der Parlamentswahl stattfand, offiziellen Angaben zufolge die meisten Stimmen erhalten, die absolute Mehrheit jedoch verfehlt.

Mugabe signalisierte am Sonntag Dialogbereitschaft und lud Tsvangirai zu seiner Amtseinführung am Sonntagnachmittag ein. Dies sei ein großer Schritt in Richtung Dialog mit der Opposition, sagte ein Regierungssprecher. Tsvangirai wies die Einladung umgehend zurück und forderte die Afrikanische Union auf, die Wiederwahl Mugabes nicht anzuerkennen. Kenias Ministerpräsident Odinga sprach sich inzwischen für die Entsendung von Truppen der Afrikanischen Union nach Simbabwe aus, um die politische Krise dort zu beenden. “Was in Simbabwe passiert, ist in den Augen der internationalen Gemeinschaft eine Schande und eine Peinlichkeit für Afrika”, sagte Odinga am Sonntag. Für den Kontinent sei “die Zeit gekommen, klar und einig Position gegen Diktaturen zu beziehen”. Die Präsidentenwahl in Simbabwe sei ein Schwindel, den er nicht anerkennen werde, sagte Odinga, der als einer der stärksten Kritiker Mugabes in Afrika gilt.

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