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Siesta in der Fanzone Wien

Vor der Übertragung des ersten Halbfinales zwischen der Türkei und Deutschland herrschte in der Wiener Fanzone absolute Siesta-Stimmung.

Nur eine Hand voll Fußballanhänger hatte sich eingefunden. Die spärlich eintrudelnden Gäste machten es sich mit einem Bier auf einem schattigen Platz am Gehsteig oder einer Parkbank unter Bäumen bequem und warteten seelenruhig auf den Anpfiff.

Auf siegessichere Jubelrufe musste man am Mittwoch vergeblich warten. Nur vereinzelt ließen sich bis 18.00 Uhr die ersten Fans mit Halbmond-Flagge oder schwarz-rot-goldener Kriegsbemalung blicken. Vor allem den Deutschland-Anhängern hatte die Hitze offenbar die Sprache verschlagen: Während sich türkische Fans zumindest ab und zu an zaghaften “Türkiye!”-Rufe versuchten, blieben “Super Deutschland”-Chöre vorerst gänzlich aus.

Zum Kreischen brachte die Fanzonen-Besucher vor Matchbeginn lediglich ein löchriger Schlauch mit kaltem Wasser, der von der Feuerwehr am Ring als provisorische Dusche verlegt wurde. Äußerst beliebt waren am Nachmittag auch die Brunnen im Rathauspark, die von den Gästen für kühlende Fußbäder genutzt wurden.

Siesta-Stimmung herrschte auch bei Securitys und Sanitätern, die es sich auf ihren Tragen oder unter einem Baum gemütlich machten. Ähnliches Bild bei den Wirten, die in ihrem Stand lungerten, tratschten oder die arbeitsfreie Zeit zum Lösen von Kreuzworträtseln nutzten.

Unterbrochen wurde die Stille lediglich vom Vogelgezwitscher und der Band am Rathausplatz, die am Nachmittag für rund ein Dutzend Besucher Stimmung machte. Letztere stieß vor allem bei ihrem Mitmachprogramm auf Schwierigkeiten: Der Sänger forderte Männer und Frauen zu getrennten Chören auf, wegen des überschaubaren Publikums blieben diese jedoch unter der Wahrnehmungsgrenze.

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