Sieben von zehn Österreichern haben schon mal gefälschtes Produkt gekauft

Österreicher würden immer wieder Plagiate kaufen. / Symbolbild
Österreicher würden immer wieder Plagiate kaufen. / Symbolbild ©APA/BMF/BERNHARD HRADIL
Laut einer Umfrage haben bereits sieben von zehn Österreichern ein nachgemachtes Produkt gekauft, wovon die Mehrheit mit 63,8 Prozent zufrieden war.

Besonders beliebt seien gefälschte Bekleidung (55,3 Prozent), Handtaschen (32,2 Prozent), Sonnenbrillen (29,6 Prozent), Uhren (26,3 Prozent) und Schuhe (25,7 Schuhe), eruierte Marketagent.com. Besonders im Urlaub sei die Verlockung groß. Der Kauf selbst ist in Österreich übrigens nicht strafbar.

“Wenn nicht der Verdacht besteht, dass die erworbenen Plagiate zur weiteren Veräußerung aus dem Urlaub mitgebracht werden, passiert dem Reisenden bei einer etwaigen Zollkontrolle nichts”, sagte Gerhard Marosi, im Finanzministerium für die Bekämpfung der Produktpiraterie zuständig. Man sollte sich aber im Klaren sein, dass die gefälschten Waren unter anderen Bedingungen als die Originale produziert wurden: “Wir haben etwa bei Sonnenbrillen wiederholt festgestellt, dass getönte Gläser keinen UV-Schutz hatten.”

Plagiate oft minderwertig

Gefälschte Uhren können Allergien auslösen, heißt es seitens des Ministeriums, minderwertige Autoersatzteile schwere Verletzungen oder sogar Todesfälle zur Folge haben. Laut Befragung haben 7,2 Prozent schon einmal gefälschtes Kfz-Zubehör erstanden.

Für 59,2 Prozent waren laut Marketagent-Erhebung die “günstigen Preise” ausschlaggebend für den Griff zu gefälschten Produkten. 29,6 Prozent der Ende April online befragten 502 Personen (Kernzielgruppe) im Alter von 14 bis 69 Jahren begründeten den Kauf von Plagiaten als “nettes Mitbringsel oder Andenken”. 23 Prozent sind überzeugt, die “gleiche Qualität zum besseren Preis” zu erhalten. 21,1 Prozent greifen zur Fälschung, weil sie sich die entsprechende Marke nicht leisten können.

Österreicher würden wieder gefälschte Ware kaufen

Am häufigsten (trifft auf 72,4 Prozent der Befragten zu) wird an Touristenorten im Ausland zur Fälscherware gegriffen. 21,1 Prozent beziehen Plagiate zumindest fallweise aus Online-Shops. “Wird so eine Sendung vom Zoll abgefangen, muss der Empfänger mit der Vernichtung der Ware rechnen”, warnte Marosi. Ein Viertel gab an, in Zukunft wieder Plagiate zu kaufen, wenn sich die Möglichkeit bietet.

Im Gegensatz dazu haben 57,8 Prozent nicht gut, dass es gefälschte Ware zu kaufen gibt. 54,7 Prozent gaben an, diesen “Geschäftszweig” nicht unterstützen zu wollen. 47,7 Prozent sind überzeugt, dass die gefälschten Produkte von keiner guten Qualität sind, 39,5 Prozent, dass Produktpiraterie schlecht für die Wirtschaft ist. 45,7 Prozent fürchteten die Beschlagnahmung der Ware (etwa am Zoll).

APA/red

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