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Sie wollen Saddam - tot oder lebendig

Nach dem Tod der Saddam-Söhne zeigt sich die US-Regierung optimistisch, dass auch Saddam bald von der Liste der 55 meistgesuchten Iraker gestrichen werden kann.

„Die Frage ist nur, ob tot oder lebendig“, formuliert es ein Pentagon-Beamter. Ist eine kürzliche Internet-Umfrage des Senders CNN repräsentativ, dann steht fest, was rund zwei Drittel der US-Bevölkerung möchten: kurzen Prozess mit Saddam Hussein, einen Tod im Kugelhagel statt eines langwierigen Gerichtsverfahrens.

Die Frage, wie mit Saddam umgegangen werden sollte, ist in den USA in den vergangenen Tagen immer stärker in den Vordergrund gerückt. Weint niemand den wegen ihrer Grausamkeit berüchtigten Udai und Kusai eine Träne nach, so ist doch in vielen US-Medien darüber nachgedacht worden, wie groß ihre Chance zur Aufgabe gewesen ist. Vor allem in liberalen Kreisen hieß es, man hätte es vorgezogen, wenn die Saddam- Söhne durch eine Belagerung so zu sagen langsam „ausgeräuchert“ worden wären.

Auch wenn sie sich am Ende wahrscheinlich selbst getötet hätten, wäre doch die „Rechtstaatlichkeit“ des amerikanischen Vorgehens vor aller Welt demonstriert worden, wurde argumentiert. Im Fall Saddam sei es noch wichtiger, jeden Eindruck von unkontrollierter „Rambo-Mentalität“ zu vermeiden. Wichtige Verbündete im Irak haben die USA inzwischen wissen lassen, dass sie einen Prozess einer Tötung vorziehen würden. Zu den Verfechtern dieses Kurses gehört der britische UNO-Botschafter Jeremy Greenstock.

Auch Ahmed Chalabi, Präsidiumsmitglied des provisorischen irakischen Regierungsrats, ist auf dieser Linie. Saddam im Irak vor Gericht zu stellen, würde den Iraker das Gefühl vermitteln, aktiv an der Befreiung des Landes beteiligt zu sein, zitierte ihn das „Time“- Magazin. Ein weiterer Vorteil: Saddam würde durch den Prozess erniedrigt und der Möglichkeit beraubt, von Gefolgsleuten als „Märtyrer“ gefeiert zu werden.

Die US-Regierung macht deutlich, dass es ihr Hauptziel ist, Saddam zu „erwischen“, egal, ob tot oder lebendig. Der Gerechtigkeit würde nach amerikanischer Lesart in beiden Fällen Genüge getan. Hinter den Kulissen sind Experten nicht nur dabei, per Computer herauszufinden, wie ein äußerlich kosmetisch veränderter Saddam heute aussehen könnte. Sie analysieren auch, wie sich Saddam bei einer direkten Konfrontation mit US-Soldaten verhalten würde. Die Mehrheitsmeinung dazu lautet, dass er sich höchst wahrscheinlich eher töten lassen oder Selbstmord begehen würde als lebendig in die Hände seiner Häscher zu gelangen. Es würde nach Experten-Auffassung ganz einfach nicht seinem „aufgeblasenen Ego“ entsprechen, sich seinen Erzfeinden auszuliefern.

Nach Angaben von Pentagon-Chef Donald Rumsfeld bleibt die Entscheidung über „tot oder lebendig“ den US-Kommandeuren vor Ort überlassen. Sie allein könnten die Lage richtig einschätzen. Vizeaußenminister Richard Armitage machte klar, das der von seinem Chef Colin Powell kürzlich als „Müll“ klassifizierte Saddam ohne Zögern getötet werden sollte, wenn auch nur im entferntesten die Gefahr bestehe, dass ein US-Soldat bei einer Konfrontation mit dem Ex-Diktator zu Schaden kommen könnte.

Hoffnungen, dass ein gefangener Saddam wichtige Informationen etwa über Massenvernichtungswaffen preisgeben könnte, macht man sich in Washington nicht, wie ein US-Beamter andeutete. Tatsächlich haben sich prominente Gefangene wie etwa Saddams einstiger Stellvertreter Tarek Aziz bei Vernehmungen als harte Nüsse erwiesen.

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